Wim Duisenberg darf noch nicht in den Ruhestand. Eigentlich wollte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am 9. Juli dieses Jahres, exakt an seinem 68. Geburtstag, zurücktreten. "Genug ist genug", so hatte er sich im vergangenen Jahr zitieren lassen, nachdem die Franzosen lange darauf gedrängt hatten, dass der Chefsessel möglichst bald für einen Kandidaten aus ihrem Lande frei würde. Daraus wird nichts. Gegen den designierten Nachfolger, den Franzosen Jean-Claude Trichet (60), läuft ein Gerichtsverfahren. Da es in Frankreich keine Alternative zu Trichet gibt, haben die EU-Finanzminister Duisenberg gebeten, seinen für Juli geplanten Rückzug noch aufzuschieben. Seinem US-Pendant, Alan Greenspan, will er allerdings nicht nacheifern: Der ist 77 Jahre alt. Duisenberg dagegen machte deutlich, dass er sich auch noch den schönen Dingen des Lebens hingeben möchte.