Wenn Michael Naumann erklärt, dass Recht das Mindesmaß von Moral darstellt, dass Recht und Moral einander bedingen und dass dies gleichsam selbstverständlicher Inhalt der europäischen Rechtsgeschichte ist, so erhebt er eine Theorie von vielen zur alleingültigen. Unterschlagen wird der Rechtspositivismus von Hobbes über Austin, Kelsen und Hart, der sich vehement gegen eine Verknüpfung von Moral und Recht in einer Zeit des Werte-Pluralismus stemmt. Diese Tradition des Rechtspositivismus, die die Legitimität des Rechts nicht in der individuellen Norm, sondern im Rechtsetzungsverfahren allein sucht und die damit bewusst der individuellen Norm moralische Urteilskraft aus sich selbst abspricht, ist wesentlicher Bestandteil westlicher politischer Theorie. Sie ist die Grundlage von Autonomie und Toleranz, begründet in der Trennung der Kategorien the good and the right.

Michael Masepow Cambridge, Großbritannien

In der Tat: Ein längeres Verbleiben der UN-Inspekteure hätte zur Ausschaltung des Iraks als Gefahrenquelle führen können. Aber wer hätte die Kosten der Aufrechterhaltung der Drohkulisse zu tragen gehabt? Hätten sich Deutschland und Frankreich daran beteiligt? Oder meint da jemand, einer Drohkulisse hätte es nicht mehr bedurft, nachdem die Inspektoren erst einmal im Land waren?

Armer Illusionist!

Dr. Kurt Hauschild, Berlin

Das Argument, das Völkerrecht berücksichtige Fälle wie den Terroranschlag auf die New Yorker Twin Towers nicht und müsse daher geändert werden, entspricht meines Erachtens der Kriegslogik der Bush-Regierung, die eine völkerrechtliche Legitimation für ihren Angriffskrieg konstruieren möchte.

Fakt ist: Der Angriff auf das WTC war das Ergebnis einer neuen terroristischen Taktik, die bei Einsatz primitivster (!) Waffen - das heißt von ordinären Messern -, durch Vernichtung des eigenen Lebens und unter Ausnutzung der Schwachstellen einer hoch technisierten komplexen Gesellschaft eine gigantische Zerstörung von Leben bewirkte.