Eine solche Koalition hat es in Berlin noch nicht gegeben: Die neueste Berliner Opernreform, ein Werk des PDS-Senators Flierl, wird von der Opposition aus Grünen und CDU unterstützt. Flierls Regierungspartner hingegen, die SPD, scheint an das Stiftungskonzept nicht zu glauben. PDS, Grüne und CDU wollen drei unabhängige Häuser erhalten, während die Sozialdemokraten eine Fusion der Deutschen mit der Linden-Oper präferieren - die mühsam kaschierte Liquidierung eines Ensembles. Der SPD käme die Opferung eines Hauses gelegen, um Sparwillen zu demonstrieren. Dies schweißt die andere Seite zusammen, die darin eine Katastrophe für die Hauptstadt sieht.

So kann es geschehen, dass Flierls Opernreform am Ende durchgesetzt wird, gerade weil der wesentliche Teil der Regierung nicht an sie glaubt.