Es geht also doch: Die verzankten Regierungsberater Bert Rürup und Karl Lauterbach haben sich zusammengerauft. Bei genauem Hinsehen haben sie ihre Meinungsunterschiede zwar eher verdeckt als ausgeräumt - gemeinsam empfehlen sie nur ein kurzfristiges Sparprogramm für das deutsche Gesundheitswesen. Das aber hat es in sich. Auf mittlere Sicht sollen die Politiker zwischen mehreren vorgeschlagenen Modellen entscheiden. Aber sei's drum: Entscheidend ist die klare Aufforderung der Professoren, an der Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenversicherung etwas zu verändern.

Es gibt schließlich wenig Gründe, ausgerechnet die Gesundheitsversorgung an die Lohnentwicklung zu koppeln. Erstens ist diese Verknüpfung nicht logisch: Es besteht keine Verbindung zwischen Lohnsumme und Gesundheitskosten. Die Deutschen werden ja nicht häufiger krank, bloß weil ver.di einen hohen Tarifabschluss durchsetzt. Zweitens, und das ist wichtiger, schadet diese Art der Finanzierung dem Arbeitsmarkt. Ausgerechnet in der Wirtschaftskrise, bei hoher Arbeitslosigkeit, entwickelt sich das Gesundheitssystem zur zusätzlichen Wachstumsbremse: Weil Beitragszahler fehlen, müssen die Abgaben steigen, was wiederum die Beschäftigung verteuert. Deshalb spricht alles dafür, die Gesundheitsversorgung anders zu finanzieren. Wenn sich das herumspricht, hat sich die Versöhnung der Professoren gelohnt.