die zeit: Was weiß man inzwischen über die Übertragungswege von SARS? Offenbar gibt es mehr Wege als nur die Tröpfcheninfektion.

Herbert Schmitz: Ich denke, dass die Übertragung über den Stuhl noch eine wichtige Rolle spielen kann. Es sind im Stuhl doch ziemliche Mengen des Erregers zu finden, gerade auch zu dem Zeitpunkt, wenn die Patienten die Krankheit einigermaßen überstanden haben. So um den achten Tag kommt meist der Nachweis. In dem leer geräumten Appartementhaus in Hongkong hat man das Coronavirus nun in einer Toilettenschüssel gefunden, das kann auch eine Ansteckungsquelle sein.

zeit: Was kann man gegen eine solche Kontamination machen?

Schmitz: Da genügt ein handelsüblicher Haushaltsreiniger.

zeit: Was macht denn das Virus aus Ihrer Sicht so gefährlich?

Schmitz: Die Tatsache, dass es ein Virus der Atemwege mit hoher Sterblichkeitsrate ist. Während man bei Influenza mit 0,1 Prozent rechnet, also von 1000 Patienten einer stirbt, sind es hier 3,5 bis 4 Prozent. Ich habe aber den Eindruck, dass es sich nicht mehr dramatisch ausbreitet.

zeit: Was macht Sie so zuversichtlich? Am Dienstag dieser Woche wurde ein neuer Verdachtsfall aus Aachen gemeldet.