Überrascht es Sie, dass 29 Leute in der algerischen Wüste verschwunden sind?

Überraschend ist eher der Riesenwirbel, der darum gemacht wird. Jedes Jahr verschwinden in der Sahara alleinreisende Leute. Schätzungsweise etwa zwischen 20 und 30. Die bleiben verschwunden wie im Bermuda-Dreieck.

Gilt diese Ecke als besonders gefährlich?

Das würde ich so nicht sagen. Nur: Die Wüste verzeiht keine Fehler. Wenn Sie von Hamburg aus mit einer Jolle nach Amerika fahren wollen, da lässt sie der Hafenmeister gar nicht erst weg. Wenn Sie meinen, Sie wollen allein aufs Matterhorn, dann wird Ihnen das offiziell verboten. So eine Regelung gibt es in der Sahara nicht. Die Leute, die verschwinden, sind immer solche, die ganz allein auf eigene Faust in die Wüste hineingefahren sind. Wenn sie bei den Behörden gesagt hätten, wo sie hinwollen, hätte man zumindest einen Anhaltspunkt und könnte gezielt suchen.

Ist organisierten Gruppen auf dieser Route schon einmal was zugestoßen?

Die Veranstalter bieten die so genannte Gräberpiste gar nicht an, weil es eine Transferroute ist. Wir, zum Beispiel, gehen in die Tassili-Gebiete, ein extrem wildes zerklüftetes Gelände, und grundsätzlich nur in Begleitung. Wir arbeiten mit Tuaregstämmen zusammen, mit Leuten, die sich super auskennen. Deshalb passiert da auch nichts. Soweit ich weiß, auch bei den Kollegen nicht.

Spricht es nicht für ein Verbrechen, dass in kurzer Zeit so viele verschwinden?