Es muss gehörig gekracht haben in Wolfsburg. Knall auf Fall räumte jetzt VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer seinen Arbeitsplatz. Der 60-jährige Österreicher gilt als erstes prominentes Opfer der aktuellen Absatzprobleme bei VW. Dass es im Vorstand knirschte, war in jüngster Zeit mehrfach offenkundig geworden. So wurden Büchelhofer allzu optimistische Absatzprognosen vorgeworfen, und auch die Schuld am flauen Absatz des Prestige-Volkswagens Phaeton wurde auf ihn abgewälzt. Dieser wiederum keilte öffentlich zurück, dass die Produktionsplanung (falsche Motorenauswahl) einen besseren Start verhindert habe. Das wiederum ärgerte andere Vorstandskollegen und sicher auch Phaeton-Promotor und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch.

"Unterschiedliche Auffassungen über die Vertriebspolitik" seien der Grund für die Trennung, ließ VW verlauten. Den Vertriebsjob wird wohl der Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder vorläufig mit verwalten. Mit seiner Entscheidung zur Trennung von Büchelhofer demonstriert der VW-Chef zugleich ein Stück der von manchen Kritikern vermissten Entschiedenheit. Ironie der Geschichte. Schon 1994, da war er noch BMW-Chef, trennte sich Pischetsrieder von seinem Kollegen Büchelhofer, der fing dann in Wolfsburg an. Dort trafen sie sich später wieder.