Der Artikel hinterlässt einen schalen Geschmack. Der Titel suggeriert, dass eigentlich Schröder am Ausbruch des Irak-Krieges schuld sei.

Inspektoren wurden interviewt. Ihnen war von New York untersagt, Interviews zu geben. Sie verstießen gegen diese Auflage. Dafür wollten sie anonym bleiben. Eine fragwürdige Art, Ansichten zu vertreten. Wie viele waren es, Einzelne, mehrere, die Mehrheit? Der Leser erfährt nichts davon. Es bleibt bei einer Pauschalverdächtigung.

Ob diese Herren jemals zur Kenntnis genommen haben, dass Bush die UN, den Sicherheitsrat und ihre Tätigkeit lange vor Ausbruch des Krieges als "irrelevant" abgetan hat? Ob sie den frühen Plan von Perle/Wolfowitz kennen?

Eben hat Herr Blix bekräftigt, dass die Bush-Administration schon vor Beginn des Krieges an der Tätigkeit der Inspektoren überhaupt nicht interessiert war.

In einer Demokratie sind andere Meinungen rechtens. Wer sie äußert, sollte wenigstens den Mut haben, sich dazu zu bekennen.

Dr. Peter R. Frank Heidelberg

Zugegeben, das Bild, das ein Waffeninspektor malt, könnte so passend sein: Saddam Hussein als Tumor und das Volk als sein Körper - ein kleiner chirurgischer Eingriff, und das Problem scheint gelöst. Schreiben wir das ganze Drama um den Irak also einmal als Metapher: