Als der Commodore am 4. Januar 1877 mit 83 Jahren in seiner Residenz am New Yorker Washington Place starb, sangen die um sein Totenbett versammelten Familienmitglieder andächtig: "Kommt ihr Sünder, arm und hungrig." Arm? Der Verblichene hatte das für die damalige Zeit unerhörte Vermögen von 100 Millionen Dollar angehäuft. Tags darauf überschrieb die New York Times ihren Nachruf auf der Titelseite: "Ein langes und nützliches Leben ging zu Ende."

Danach kam, was kommen musste: Kinder und Kindeskinder balgten sich ums Erbe. Den Großteil des Vermögens verwaltete schließlich Sohn William Henry. Er hatte dem Vater versprochen, das Imperium zu bewahren und nicht unter den zahlreichen Mitgliedern des Clans aufzuteilen. Der Gründer der Dynastie wollte so deren langes Leben garantieren. Immerhin wucherte der Sohn geschickt mit den ererbten Pfunden und verdoppelte das väterliche Vermögen. Aber in seinem eigenen Testament verteilte er es an 32 Nachkommen, dem heiligen Schwur zum Trotz.

1973, fast 100 Jahre nach dem Tod des Commodore, trafen sich 120 seiner Nachkommen an der Vanderbilt University in Tennessee. Kein einziger Millionär war unter ihnen, wenig war geblieben vom gigantischen Vermögen des Urahnen Cornelius. Selbst die Grand Central Station gehörte den Banken, nicht mehr den Vanderbilts. Nach vier Generationen war ihnen nur eines geblieben: ein Name voller Glanz und Schrecken.