[Abstract] Die Europäische Raumfahrt steht am Scheideweg: Fehlschläge wie die Explosion der neuen Ariane-5-Rakete, klaffende Haushaltslöcher, aber auch die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Sicherheitspolitik stellen die bisherige, rein zivil orientierte Raumfahrtpolitik in Frage. Die EU-Kommission und die ESA entwickeln neue Konzepte und sammeln zukunftsweisende Ideen in einem Grünbuch, in dem jeder Bürger seine Vorschläge einbringen kann. Sigmar Wittig, Chef des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt fordert, die EU müsse "deutlich mehr Kompetenzen in der Raumfahrtpolitik erhalten". Auch das alte Prinzip der ESA: "ein Land, eine Stimme" sei zu überprüfen angesichts der bevorstehenden Aufnahme neuer Länder. Nur zwei Staaten, - Deutschland und Frankreich- finanzieren mehr als die Hälfte des europäischen Raumfahrtbudgets. Da die EU-Mitgliedstaaten auch keine koordinierte wehrtechnische Raumforschung betreiben, fordern Experten, die EU solle ähnlich wie die USA oder Russland ihre strategischen Ziele in der Raumfahrt besser koordinieren und ihre eigene Raumfahrtbehörde entwickeln.[Zum Artikel]