Anna Gavalda: Ich habe sie geliebt - aus dem Französischen von Ina Kronenberger - Carl Hanser Verlag, München 2003 - 165 S., 16,90 e

Derartiges kam früher nur in den besten, heute in jeder zweiten Familie vor: Spätestens nach dem zweiten Balg muss Vater sich verjüngen. Auch hier hat wieder mal ein Pariser Papa "eine ramponierte und langweilige Frau gegen ein unverbrauchtes junges Mädel eingetauscht. Und jetzt ist sein Leben viel lustiger." Einzig der Leser bleibt bei denen, von denen Papa nichts mehr wissen will, entkorkt mit ihnen so manche Weinflasche und verquasselt so manchen rührseligen Abend am brennenden Kamin. Herauskommt, was im gehobenen Frauenroman herauskommen muss und von jeder geschassten Fußballergattin wiederholt wird. "Dass es etwas Gutes ist", was da passiert ist, dass die Kinder einen "glücklichen Papa" verdient haben und die Frau ohnehin "etwas Besseres" verdient habe. Zum Glück hat die Autorin mehr Lakonie als Verstand und beherrscht die hohe Kunst des psychologischen Plauderns in einem hierzulande unüblichen Ausmaß.

Anna Gavalda: Je voudrais que quel'un m'attende quelque part - hrsg. und mit einem Nachwort von Helmut Keil - Reclam, Stuttgart 2003 - 253 S., 5,60 e

Die erfolgreichen Erzählungen der Gavalda im Original (deutsch: Ich wünschte mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet, im vorigen Jahr in der ZEIT als "große Kleinkunst" gerühmt) mit vielen nützlichen Übersetzungshilfen. Hier erfährt man, dass die Autorin sich weitgehend der Umgangssprache befleißigt.

Man lernt, wie Restaurantketten an französischen Autobahnen heißen und was man sagen muss, um dort eine Kuttelbratwurst zu bestellen.