Kein Bild, das ich bis jetzt aus dem Irak-Krieg gesehen habe, zeigt einfühlsamer und beklemmender das Dilemma dieses Krieges!

Thilo v. Stillfried, Balve

Ein starkes Bild. Es ist eine absurde Pietà: Statt der "Mater dolorosa" hält ein massiger, wohlgenährter und gut geschützter amerikanischer Militärarzt - Sinnbild der amerikanischen Militärmaschinerie - ein unterernährtes, traumatisiertes, möglicherweise verletztes Stückchen Mensch in seinen Armen.

Aber im Gegensatz zu der bestimmenden Gestalt des Soldaten drückt sein Gesicht nichts als Trauer und - vielleicht - Zweifel und Entsetzen über den wirklichen Wert des militärischen Erfolges aus. Wird er sich gerade bewusst, dass er in diesem Moment die Verantwortung für die Zukunft dieses einen Kindes übernommen hat, dem der Tod der Mutter die Sicherheit über die nächsten 15 Jahre geraubt hat? Wie so oft sprechen die Gesichter der Soldaten eine ganz andere Sprache als die vielen großen Bilder des Krieges.

Eckard Roloff Grevenbroich

Was soll uns Ihr Titelbild sagen: dass es sich bei diesem Krieg gar nicht um einen Krieg handelt, sondern um eine humanitäre Rettungsaktion der USA für hilfsbedürftige irakische Kinder?

Johannes Gierschner Tübingen