Waschen, föhnen, legen und dergleichen. Beim Friseur, beim Coiffeur ist es sturzlangweilig - jedenfalls für den kleinen "Schatz", der seine Mama begleiten musste. Wie der Name sagt: Dauerwelle, das dauert.

Also lässt das Kind sich was einfallen: "Mami, ich kann zaubern!" Die Show beginnt, und Mama spielt ein bisschen mit - ein bisschen wenig. Das Kind gibt alles, zaubert, was die Fantasie hält. Aber Mama blättert weiter im Journal der Strähnen: Haare special.

Karoline Kehr, die Tüftlerin und Collagistin unter den Illustratoren, hat mal wieder gebosselt. Ein 3-D-Modell protokolliert Glanz und Elend des deutschen Salons, in dem der mit liebevollem Eifer betriebene Amoklauf gegen den Geschmack einen festen Ort gefunden hat. Ein bunter Querschnitt, eine Plastikwelt aus Blümchentapeten, spiegelbewehrtem Resopal und knirschendem Kunstleder. Garniert wird das kleine Laboratorium mit Flaschen, Gläsern, Bürsten, Tuben, Sprühdosen. Ein kleiner Pop-Altar der Illusion.

Das ist der Ort für den heroischen Kampf eines Kindes gegen das öde Ritual - Chaos im Salon. Doch die beste Frisur kommt zum Schluss. Jetzt spielt die Mama wieder mit: Ganzkörperfrisur, der neue Look. Ein wunderbuntes Bilderbuch im Kleinformat, ein bisschen größer wäre schön gewesen, so wie Haare special.

Karoline Kehr: Ich kann zaubern, Mami!

Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2003 - o. P., 11,50 e (ab 4 Jahren)