Benjamin Franklin: Autobiographie -

mit einem Nachwort von Klaus Harpprecht - Beck'sche Reihe, München 2003 - 279 S., 12,90 e

Anzuzeigen ist: der allerklassischste Klassiker, der Auftakt zur Literatur der Neuen Welt, die Lebensbeschreibung jenes Kerzenmachersohns Franklin also, der Buchdrucker wurde, der die erste öffentliche Bibliothek Amerikas mitbegründete und überhaupt die Vereinigten Staaten. Diese Autobiografie ist jetzt als Taschenbuch da, und weil sich ihre Lektüre von selbst empfiehlt, hier nur noch ein Wort aus dem Epitaph, den Benjamin Franklin für sich entwarf: "Nahrung der Würmer" werde sein Leib nun, wie ein alter Buchdeckel ohne Inhalt, "doch das Werk selbst wird nicht verloren sein", werde gewiss erneut erscheinen in "einer schöneren Ausgabe / verbessert und ergänzt / durch / Den Autor".

Gerd Kaiser (Hrsg.): Rot, unbeirrbar. Zeugen und Zeugnisse einer Familie.

Eineinhalb Jahrhunderte Familiensaga - Erzählt und ausgewählt von Stefan und Witold Leder - edition bodoni, Berlin 2002 - 374 S., 26,- e

Ein alter Mann, der jetzt 83 ist und immer noch die Symbolfigur der Deutsch-polnischen Gesellschaft für seelische Gesundheit, der polnisch-jüdische Psychiater Stefan Leder, hat mit der Geschichte seiner Familie über vier Generationen hinweg zugleich eine Geschichte der Arbeiterbewegung geschrieben. Den Nazis fielen Familienmitglieder zum Opfer und dem Stalinismus. Freunde haben den alten Mann schließlich überzeugt, dieses bewegende Buch zu schreiben. Nun braucht es Leser.