Der Mai kommt. Asparagus officinalis sprießt aus unseren akkurat gehäufelten Spargeldämmen. Und wie jedes Jahr helfen vor allem polnische Arbeiter, das edle Gemüse aus dem Boden zu graben. Hiesige Stammtische mag beschäftigen, warum deutscher Spargel von Ausländern geerntet wird, wo es doch so viele Arbeitslose bei uns gibt. Aber das soll die Sorge der Polen nicht sein. Schließlich geben sie sich mit sechs Euro pro Stunde zufrieden - dafür sticht kaum ein Deutscher bis zu 300 Stangen aus. Die meisten Einheimischen finden auch jene sechs Quadratmeter zu klein, die unsere Bundesanstalt für Arbeit als Schlafstatt für ausländische Arbeitnehmer vorschreibt. Letztere begnügen sich hingegen damit.

Und trotzdem müssen sie jetzt aufpassen, dass sie nicht zu teuer werden. Laut einer neuen Studie werden mithilfe von Maschinen in Versuchen schon "Stechleistungen bis 450 Stangen je Stunde erzielt". 450 statt 300 Stangen, das wären 50 Prozent mehr! Die polnischen Spargelprofis bekommen Konkurrenz - nicht von hungrigen Ukrainern, sondern von emotionsloser Technik.

In aller Freundschaft: Wir Deutschen essen am liebsten deutschen Spargel.

Aber er wächst auch in Spanien oder Griechenland. Ganz zu schweigen von China oder Peru, wo Spargelstecher noch viel billiger sind. Also, liebe Nachbarn, bescheidet euch. Sonst wandert der Spargel aus. Oder es kommt der Automat.