Marjaleena Lembcke: In Afrika war er nie - Nagel & Kimche im C. Hanser Verlag, Zürich 2003 - 106 S., 9,90 e

Manche Bücher möchte man den Lesern vor die Augen halten und damit ständig winken, damit sie nicht übersehen werden. Ein Schicksal, das vielen Jugendbüchern droht, die so großartige kleine Geschichten erzählen wie die vom Warten eines siebenjährigen finnischen Jungen auf seinen Vater, der eines Tages auf einer Harley-Davidson davonfuhr. In Afrika vermutet ihn der Junge und lernt die Namen aller Staaten Afrikas. Doch als er 13 Jahre alt wird, kommt der Frühling, er riecht schon den Sommer, verliebt sich schüchtern in ein Mädchen. "Ich glaube nicht, dass man an der Traurigkeit eines anderen teilnehmen kann", meint er. Am Glück dieses Buches schon.

Robert Cormier: Ein Sommer in Frenchtown - aus dem Englischen von Cornelia Krutz-Arnold - Bertelsmann Verlag, München 2003 - 124 S., 8,90 e

Wenn in den Erinnerungen eines amerikanischen Autors die süßen Namen Baby Ruth und Mr Goodbar so wichtig werden wie die müden Augen eines Vaters, dann hat die gefühlvolle Lakonie wieder einen Platz im Jugendbuch. Cormiers rhythmische Prosa verwandelt sich in Poesie und wieder zurück in die Erzählung eines großen Schriftstellers, der im November 2000 starb. Fast unbemerkt, weil er seit 1974 als erfolgreicher Jugendbuchautor galt. Es war einmal in Amerika, in Boston, in Frenchtown, in einer kleinen Wohnung, als ein Junge plötzlich merkt, wie sehr sein Vater ihn liebt. Von der Kammfabrik, von Geburtstagen und Sister Angela ist zudem die Rede und vom erhellenden Wunder, eine Brille zu tragen.