Ein wenig seltsam ist das schon: Ausgerechnet die britische Regierung weist jetzt darauf hin, die Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak werde noch "eine Menge Zeit" erfordern. Und ausgerechnet die amerikanische Regierung rekrutiert gerade ein Inspektorenheer von 1000 Wissenschaftlern, Waffenexperten und Soldaten, die das Land nach geheimen Lagern durchkämmen sollen.

Mehr Zeit und mehr Inspektoren - klingt die Forderung nicht irgendwie bekannt?

Ja und nein. Denn die Startvoraussetzungen der US-Inspektoren sind ganz andere als die der Unmovic-Mission von Hans Blix. Dessen Mitarbeiter klagten immer wieder darüber, wie die Angst vor Saddam Hussein irakischen ABC-Experten die Lippen versiegelte. Aber werden diese sich jetzt den Suchtrupps der US-Regierung anvertrauen? Ebenjener Regierung, die den UN-Inspektoren sogar gefälschte Dokumente übergab, um einen angeblichen Uran-Import in den Irak zu belegen? Hat es Sinn, mögen sich Husseins Mitwisser fragen, derart Überzeugten noch Zeugnis zu liefern? Und was geschieht eigentlich mit den Regime-Anhängern, die sich gestellt haben? Von wem werden sie verhört? Vor allem: wie?

George Bush sollte sich freuen, dass Hans Blix nicht besonders nachtragend ist. Und das Angebot des Schweden annehmen, die Unmovic-Mitarbeiter zurück in den Irak zu schicken. Nicht die Masse der Inspektoren ist wichtig, sondern ihre Glaubwürdigkeit. Da mögen noch so viele Experten der US-Regierungen noch so intensiv suchen - ihre Beweise werden dadurch nicht wertvoller.