die zeit: Sie sind Statikprofessor an der FH Nürnberg. Ihre Bauingenieur-Studenten lassen sie Brückenmodelle aus Papier bauen oder 60 Zentimeter hohe Strommasten aus Makkaroni. Warum?

Niels Oberbeck: Weil sie sich dabei genau wie später im Berufsalltag mit den Eigenschaften eines Baumaterials beschäftigen müssen. Wie hart, wie steif, wie spröde ist es? Wie lassen sich in einem Tragwerk seine Stärken nutzen, wie die Schwächen umgehen?

zeit: Aber warum Nudeln und nicht Holz?

Oberbeck: Holz, Stahl oder Beton sind zu gewöhnlich, die Studenten brauchten nur in ihre Tabellen und Bücher zu schauen. Sie sollen aber selber denken. Und merken, dass Statik nicht nur etwas für bebrillte Mathefreaks ist, sondern dass es auch Spaß macht und man dabei ein Bier trinken kann.

zeit: Wie lösen die Studenten die Aufgabe?

Oberbeck: Manche Teams gehen total professionell ran, machen erst mal eine 3-D-Simulation am Computer. Oder sie verschwinden im Materiallabor und testen die Nudeln durch.

zeit: Die haben die Eins dann schon sicher in der Tasche.