Marktschreier sind nicht jedem sympathisch. Von Menschentrauben umringt, stehen sie da; preisen ihren Gemüsehobel oder ihre Schuhcreme in einer Lautstärke, die andere Leute nur anschlagen, wenn sie um ihr Leben schreien. Doch egal, ob man ihre Darbietung als gelungene Show oder nervtötende Belästigung betrachtet – zwei Dinge kann jeder von Marktschreiern lernen: Sie wissen, was sie zu bieten haben. Und sie sorgen dafür, dass andere Menschen das mitkriegen. Beides ist unerlässlich für alle, die Karriere machen wollen. Denn um im Beruf voranzukommen, reicht es meist nicht aus, lediglich Leistung zu bringen. Man muss das eigene Angebot, die eigenen Stärken kennen und andere Menschen mit geschicktem Selbstmarketing darauf hinweisen. Wie das geht, erläutern Christian Püttjer und Uwe Schnierda in ihrem Ratgeber Zeigen Sie, was Sie können . Nach einem kurzen Eingangstest stellen die Autoren ihren zweiphasigen Selbstmarketingplan vor. In der Planungsphase befasst sich der Leser mit seinen Stärken und Schwächen; lernt, seine aktuelle Situation zu analysieren. Unter Anleitung definiert er außerdem seine Ziele klarer, schätzt die Konkurrenz und die Zielgruppe seiner Selbstmarketing-Botschaft ein. In der Aktionsphase erfährt er dann, wie, wann und wo er sich mit seinem individuellen Profil in Szene setzen kann. Viele der Einzelmaßnahmen, die Püttjer und Schnierda vorschlagen, sind zwar nicht neu. Was das Buch jedoch auszeichnet, ist die Systematik, mit der die Autoren den Leser Schritt für Schritt bei seiner Selbst-PR begleiten. Zeigen Sie, was Sie können dürfte daher auch denjenigen Impulse geben, die sich über ihre Eigendarstellung schon selbst ein paar Gedanken gemacht haben. Schade nur, dass das Buch vor allem in Überschriften und Randbemerkungen mit Floskeln wie "der Ton macht die Musik" oder "Beharrlichkeit führt zum Ziel" geradezu gespickt ist. Denn das nervt nicht nur beim Lesen, sondern lässt den Ratgeber auf den ersten Blick auch sehr oberflächlich erscheinen. Kein gutes Selbstmarketing. miel