Kommentar gewogen und für zu leicht befunden: Seltsame Logik, dass ein Wertesystem als irrelevant bezeichnet werden kann, nur weil angeblich die massenhafte Unterstützung fehlt (was ich bezweifle). Ihrer Logik folgend: Ist das ein kinderfeindliches Land, weil mehr Menschen im Tierschutzbund organisiert sind als im Kinderschutzbund? Ist der Schutz des Autos wichtiger als die Verteidigung unseres Sozialsystems, nur weil der ADAC mehr Autoverrückte hinter seiner Fahne weiß als die Gewerkschaften Mitglieder?

Schon der Begriff "Arbeitsplatzbesitzer" führt in die Irre. Denn hier besitzt niemand etwas oder hat gar die Verfügungsgewalt. Die Gewerkschaften nur als Wetzstein zu benutzen wird der publizistischen Rolle der ZEIT nicht gerecht.

Schade.

Dieter Pienkny, DGB Berlin-Brandenburg

Als Sachfrage erscheint mir entscheidend, ob die Gewerkschaften (also "Arbeitsplatzbesitzer") gute Gründe haben, wenn sie - zum Wohle des ganzen Volkes - die nicht durchdachten Pläne des Gesetzgebers kippen wollen. Ich, der den Gewerkschaften nie nahe gestanden hat, empfände deren Erfolg als segensreich für die wirtschaftlich Schwachen im Lande, zu denen ich eigentlich auch nicht gehöre. Und wenn die zwölf Prozent der Wahlberechtigten, die Mitglieder in Gewerkschaften sind, kämpfen für die fünf Millionen Arbeitslosen, die nicht in der Lage sind zu kämpfen, halte ich das für ehrenwert - freiwillig wäre ein derartiger Kampf der "Arbeitsplatzbesitzer" auch.

Werner Rostin, Plön

Relevant für die Beurteilung der Lohnhöhe sind die Lohnstückkosten, das heißt, die auf die Produktivität bezogenen Löhne. Bekanntlich können die Löhne umso höher sein, je höher die Produktivität ist. Und diese deutschen Lohnstückkosten weisen eine im internationalen Vergleich - beispielsweise auch mit den USA und mit Großbritannien - sehr günstige Entwicklung auf - eine Entwicklung, die die These von den zu hohen Lohnkosten in Deutschland eindeutig widerlegt.