die zeit: Herr Goll, reden die Chefs der anderen Stromkonzerne noch mit Ihnen?

Gerhard Goll: Ja.

zeit: Obwohl Sie an der Liberalisierung des deutschen Strommarktes herummäkeln, während die anderen den Wettbewerb als Erfolgsstory feiern?

Goll: Trotzdem, man redet mit mir. Nicht nur, weil wir Geschäfte miteinander machen. Ich gelte auch, das sagt man mir, als verlässlich. Auch in meiner Kritik an den Zuständen auf dem Energiemarkt.

zeit: Damit haben Sie Ihre sehr persönlichen Erfahrungen gemacht. Während sich die Konkurrenz den Stromabsatz sicherte, indem sie Stadtwerke kaufte, haben Sie sich eingebildet, mit der Billigstromfirma Yello Marktanteile gewinnen zu können.

Goll: Yello ist keine Billigstromfirma. Wir haben das eigentlich langweilige Produkt Strom mit einer Farbe und mit Sympathie versehen. Und wir wollten und wollen die Energiemarktliberalisierung nutzen, auch außerhalb unseres traditionellen Versorgungsgebietes Strom zu liefern. Das war und ist der Grundgedanke der wettbewerblichen Öffnung der Energiemärkte. Der Zukauf von Beteiligungen hat mit Wettbewerb nichts zu tun.

zeit: Sie haben mit Ihrem Versuch Schiffbruch erlitten.