Um gegenwärtig ein neues Technologie-Magazin zu starten, bedarf es großen Muts. Oder hemmungsloser Naivität. Bricht der Printmarkt derzeit nicht gewaltig ein? Werden nicht allerorten Journalisten entlassen? Ausgerechnet auf dem Grund dieses Jammertals wollen ein paar unbeirrte Wissenschaftsredakteure mit technischen Innovationen Leser gewinnen. Aus Hannover kommt die Technology Review, die deutsche Version des vom Massachusetts Institute of Technology herausgegebenen MIT’s Magazine of Innovation.

Der Heise Verlag, der mit der Computerzeitschrift c’t bislang Technikfreaks beglückt, hat sich viel vorgenommen. Das MIT-Magazin soll eine ganz eigene deutsche Färbung bekommen. Zugleich aber will die Redaktion jenen typisch angelsächsischen "hemdsärmeligen Pragmatismus" transportieren, der wissenschaftliche Erkenntisse nicht nur auf Gefahren, sondern auch auf Chancen abklopft. Die Nullnummer, die derzeit an den Kiosken getestet wird, lässt hoffen, dass das Experiment gelingt: zukunftsträchtige Themen in anspruchsvollen Texten. "Für Deutschland wäre es schön", heißt es im Editorial, "würde das Land nicht nur über Technologie reflektieren, sondern auch damit Geld verdienen."

Wie hemdsärmelig. Und wie wahr. Viel Erfolg, Kollegen. Ulrich Schnabel