Auch Wellness ist nur ein Wort. Und dazu ein verdammt strapaziertes. So mancher Besitzer einer Frühstückspension, der sich im Baumarkt einen Whirlpool zulegte, hat das schicke Wort an die Hauswand gepinselt und lauert nun hinter gestickten bäuerlichen Gardinen auf verspannte Rücken und gebeutelte Seelen. Also Vorsicht! Wer jedoch eine wirkliche Wellness-Attraktion kennen lernen und genießen will, der fährt bald hinter Innsbruck von der Brenner-Autobahn ab und gelangt nach einer knappen halben Stunde nach Neustift ins Stubaital. In diesem Tal gibt es noch Einheimische die behaupten, in ihrem Tiroler Bergdorf sei vor 35 Jahren ein Feriengast seltener gewesen als ein Lawinenabgang. Durch die Urbarmachung der Stubaier Gletscherwelt mittels Gondelbahnen und Schleppliften als ganzjähriges Skiparadies änderte sich das aber völlig. Die Menschen hier, von denen die meisten Pfurtscheller heißen, sind schließlich alles andere als hinterwäldlerisch. Sie blickten stets über ihr Tal hinaus, immer auf der Pirsch nach jenem Touristen, der paradoxerweise gleichermaßen "Entspannung" und "Äktschen" im Urlaub sucht. So tat es auch jener Leo Pfurtscheller, der in den siebziger Jahren die Synergieeffekte aus Skischule, Caféhaus und Bergführertum nutzte, um ein Hotel zu eröffnen und es, seiner Passion entsprechend, Jagdhof nannte. Heute leitet sein 38-jähriger Sohn Armin Pfurtscheller zusammen mit seiner Frau Christina den familiär gebliebenen Betrieb und hat seit 1999 aus dem Hotel des Vaters ein Fünf-Sterne-Haus gemacht. Wie schon die Eltern kümmern sich die beiden Pfurtschellers persönlich um ihre Gäste. Und wenige sind das nicht. Der Jagdhof hat 160 Betten, verteilt auf 65 individuell gestaltete Zimmer, Appartements und Suiten – und meistens ist das rustikal elegante Haus völlig ausgebucht. Das hat mehr als einen guten Grund: Da sind Tirols kulinarische Sinnenfreuden, die sich in der außergewöhnlichen Küche des Chefkochs Klaus Pelikan und auf der Weinkarte des Diplom-Sommeliers Albin Mayr widerspiegeln; da ist das Ambiente des Hotels mit seinen Bars und Zirbelstuben, die auf liebenswerte Weise alpenländischen Jodelstil mit einem Hedonismus à la Hollywood zu kombinieren scheinen; und da ist vor allem die hauseigene 2000 Quadratmeter große Wellness-Oase. Im Jahr 1999 wurde sie fertiggestellt, und prompt bekam der Jagdhof mit seiner Vitalwelt im Jahr 2000 den begehrten "Spa Award" als eine der besten Spa-Beauty-Einrichtungen in Europa. Dafür ist Armin Pfurtscheller auch persönlich tief in die römische Thermen-Terminologie eingedrungen. Ein "Laconium", ein Schwitzbad auf der Basis reiner Strahlungswärme gibt es; ein "Tepidarium" erzeugt bei 39° Grad ein leichtes künstliches Fieber und steigert so die Abwehrkräfte; die "Amethysten-Dampfgrotte" garantiert die heilende Wirkung des Edelsteins; und im "Vitalsalin-Verfahren" werden dem Wellness-Suchenden in einer Art Duschkabine feinste Öle (gemischt aus Schwarzkümmel-, Weizenkeim- und Olivenöl) auf den Körper gesprüht. Von der klassischen finnischen Sauna und dem Kneipprondell wollen wir angesichts von Sole-Inhalationsgrotten, Gradierwerk, Wilderersauna mit offenem Feuer oder Eisbrunnen schweigen. Dazu gibt es Aqua-Meditation bei sanften Klängen und Lichttherapien mit psychedelischen Effekten. "Dös is a Wahnsinn!", mag man in einheimische Emphase ausbrechen, zumal die Spa-Beauty-Anlage in eine Innenarchitektur eingebettet ist, als habe Franco Zeffirelli ein Bühnenbild für die New Yorker Met basteln müssen. Also: Wollt ihr die totale Entspannung? Auf geht’s in den Jagdhof!

Hotel Jagdhof, Familie Pfurtscheller, A-6167 Neustift, Stubaital, Tirol. Tel. 0043-5226/2666, E-Mail: mail@hotel-jagdhof.at oder www.hotel-jagdhof.at . Preise: Saisonabhängig und Spezialangebote. Doppelzimmer-Appartement ab 150 Euro pro Person (Nebensaison), 180 Euro (Hauptsaison). Inklusive ist die Benutzung der umfangreichen Vitalwelt des Hotels. Massageanwendungen in Dianas Beautywelt sind extra zu buchen. Transfer zu den Skiliften vorhanden