Nicht nur Europa ist hilflos mit seinem Hang zur Beschwichtigung - hilflos sind auch die Vereinigten Staaten mit ihrem Hang zu Schnellschüssen. Bernd Ulrich schreibt, dass der Westen alles daransetzen müsse, Freiheit zu exportieren. Wie - bitte schön - soll das gehen? Europa versteht unter Freiheit die Befreiung von absolutistischer und klerikaler Bevormundung - Amerika versteht darunter, dass jeder nach seiner Façon selig werden und Geschäfte machen darf. Tatsächlich beschränkt sich der gegenwärtige westliche Freiheitsbegriff auf den freien Markt und das Recht zur unbegrenzten Globalisierung und Bereicherung. Freiheit aber, die diesen Namen verdient, muss die Frage nach der Gerechtigkeit stellen. Ohne soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit keine globale Freiheit! Nicht Freiheit exportieren also, sondern Gerechtigkeit importieren!

Hartwig Schulte, Lienen

Der Artikel wirft für mich eine Fülle von Fragen auf. Lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt schon die Folgen dieses Krieges abschätzen?

Sollte ein derartiger unseliger Krieg, mit modernsten Präzisionswaffen "ohne Herz" geführt, nicht nur als allerletzter Weg begangen werden? Wer vermag das unendliche Leid eines modernen Krieges, insbesondere für die Schwachen, die Kinder, Frauen, Alten, zu ermessen? Wurden bisher biologische oder chemische Waffen gefunden? Wie sieht es mit der Beweislage aus, dass der Irak in terroristische Aktivitäten wie insbesondere die Ereignisse des 11. Septembers verwickelt ist? Wer vermag zu sagen, ob nicht doch wirtschaftliche und bezüglich dieser Region strategisch wichtige Gesichtspunkte für das Austragen des Krieges verantwortlich waren? Hat eine Nation, und gerade eine Supermacht, das moralische Recht, sich über das Völkerrecht, auch wenn es teilweise an die Gegebenheiten der Gegenwart angepasst werden müsste, hinwegzusetzen? Könnte nicht doch eine praktikable Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern eine Schlüsselfunktion zur Befriedung in diesem Raum einnehmen? Ich hätte eine ausgewogenere Erörterung dieser Problematik erwartet.

Prof. Dr. C. U. Hesemann, Filderstadt

So ein Artikel in Ihrer renommierten Zeitung ist bedauernswert. Der Schreiber hat sich mit den Motiven des Irak-Krieges nicht befasst. Wenn man alle Informationsquellen hier in den USA genau verfolgt, kommt man zu absolut anderen Ergebnissen. Nur eines: Es scheint Ihnen unbekannt, dass christlicher "Fundamentalismus", also primitiv religiöses Denken, die Basis für die Doktrin des Bösen ist. Wenn Sie in den USA sind, hören und sehen Sie mal 48 Stunden lang C-Span 1+2 ... Die Nackenhaare können einem zu Berge stehen.

Heinrich Feistel, Florida