Slimanes Definition von Mode ist ein weiteres Kapitel auf dem Feld der Gender-Studies. "Es geht nicht darum, zu unterscheiden, was feminin und was maskulin ist", sagt der Designer, zu dessen Fans (neben vielen Frauen) Karl Lagerfeld und David Bowie gehören. Slimane wurde 1968 in Paris geboren. Vater Tunesier, Mutter Italienerin; sie kleidete alle Kinder mit Selbstgenähtem ein. Slimane studierte Kunstgeschichte, ging dann beim Herrenstylisten José Lévy in die Lehre. 1997 machte Yves Saint-Laurent den 28-Jährigen zum Artistic Director der Herrenlinie. Seine schmalen Silhouetten machen Slimane zum Star. Traditionsbewusst, aber radikal verändert er das Verständnis von Erotik und Glamour. Als YSL 1999 an die Gucci-Gruppe verkauft wird, geht Slimane zu Christian Dior, wird Creative Director und Chefdesigner der Herrenkollektion Dior Homme. Von der Council of Fashion Designers of America wird er 2002 zum Designer of the Year gekürt.

"Follow me" nennt Slimane seine schmalschultrige Kollektion für den Sommer 2003, die er an Models präsentiert, die zum Image seiner Linie passen. Blasse Rekruten, die er vor allem in Berlin gefunden hat, auf der Straße, Punks vor Supermärkten et cetera. Sie tragen kurze schwarze Fracks, weiße und gestreifte Hemden oder gar kein Oberteil unter ihren Jacketts, dünne Jerseyschals, schwarze, ausgewaschene und abgewetzte Jeans und feste, knöchelhohe Lederstiefeletten.