Jacobs ist das Genie eines neuen amerikanischen Glamour-Chics und Meister des modernen Preppielooks (eines Stils, der sich an amerikanischen Schulen entwickelte, süß, understated, meistens teuer). 1963 geboren in New York. Absolvent der Parson School of Design. Entwirft 1986 seine erste Kollektion und gründet zusammen mit Robert Duffy das Label Marc Jacobs. Die ersten beiden Kampagnen werden von Juergen Teller fotografiert. Ihre Protagonisten, die mit Handtaschen ins Bett gehen oder Rasen mähen, sind alles Freunde des Hauses: Kate Moss, Sophia Coppola, Jarvis Cocker oder die Kleptomanin Wynona Ryder. 1997 wird Jacobs Artistic Director bei Louis Vuitton und revolutioniert das lange auf sein Schnösel-Monogramm reduzierte Gepäck-Label.

Das Einzige, was in seiner Sommerkollektion 2003 fehlt, ist ein Zelt. Aber das kann man sich auch selbst zusammenstecken, aus den Hosen mit Anhängern und Windjacken mit abnehmbarem Kapuzenkragen. Genügend Druckknöpfe, Schlaufen und Reißverschlüsse sind an jedem Kleidungsstück vorhanden. Die Farbpalette reicht von Eisblau, Schiefer und Amethyst bis Ocker und Mauve. Um was es in der langen Geschichte des Luxus-Hauses geht – möglichst praktisch von A nach B zu kommen und dabei eine gute Figur zu machen –, das hat Jacobs zeitgemäß auf den Punkt gebracht.