"Meine Kleider sind Medium meiner Haltung", sagt Simons. 1968 in Neerpelt, Belgien geboren. Studiert Industriedesign in Genk und entwirft anschließend Möbelstücke. 1995 zieht Raf Simons nach Antwerpen, lernt dort die Modeleiterin der Royal Academy of Art kennen, besucht aber kein einziges Modeseminar, sondern entwirft gleich seine erste Kollektion. Der Außenseiter sorgt mit seiner ersten Männershow für Aufsehen: Simons gelingt es, die Schnitte englischer Schuluniformen mit einer Punk-/New-Wave-Ästhetik zu vereinen. Dieser Formel bleibt er treu. Er verknüpft die Dresscodes der Jugendkultur mit der Herrenschneidertradition seiner Heimat. Gleichzeitig stellt Simons Bezüge zu Künstlern her (Ashley Bickerton, Mathew Barney), zu Filmemachern (David Lynch, Stanley Kubrick) oder zu Musikern (Kraftwerk et cetera).

Der modernste Herrendesigner präsentierte seine komplett schwarze "Consumed"-Kollektion für den Sommer 2003 auf einem Podest aus Dosenmüll, mit Jungs von der Straße. TShirts und Kapuzenpullis in XXL, Anzug- und Baggy-Hosen, Militärkappen, verhüllte Gesichter oder nackte Oberkörper, die mit Konsuminsignien bestückt waren, Logos von Sony über PlayStation 2 bis Marlboro. "In der Welt geht es um Konsumieren und Konsumiertwerden, Jugendliche benutzen diese Realität, um sich als neue lebensfähige und flexible Personen zu entwerfen", sagt Simons.