Geärgert haben sich die deutschen Autobosse schon länger über Jean-Martin Folz, den Präsidenten des französischen Rußfilter-Pioniers PSA Peugeot-Citroën. Die geschickte Vermarktung des von PSA entwickelten Partikelfilters für Dieselmotoren brachte die stolzen deutschen Ingenieure ein ums andere Mal in Rage. Obwohl Volkswagen/Audi, Mercedes und BMW eingestehen mussten, dass sie für große und schwere Fahrzeuge ebenfalls Filtersysteme entwickeln, um die von 2005 an vorgeschriebenen Schadstoffgrenzwerte (Euro 4) einzuhalten, wollen sie diese für kleine und mittelgroße Autos allenfalls gegen Aufpreis anbieten. 400 Euro veranschlagt etwa VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder pro Rußkiller.

Fraglich, ob die Kunden da mitspielen. Denn jetzt prescht Citroën wieder mal vor und kündigt für sein Spitzenmodell C5 in der Passat-Klasse sogar eine Preissenkung von "bis zu 1400 Euro" auf dem deutschen Markt an - obwohl die Diesel-Modelle serienmäßig mit Rußfilter ausgerüstet sind.

Dass sich der Filter durchsetzt, scheint man auch beim Zulieferer Bosch zu glauben. Die Schwaben liefern die Elektronik für die Steuerung des französischen Filtersystems, arbeiten jetzt aber auch an einem eigenen Filter. Noch sei die Produktion nicht beschlossen, sagt der designierte Konzernchef Franz Fehrenbach, aber der zweitgrößte Kfz-Zulieferer der Welt will offenbar für einen Boom gerüstet sein.