Harro Zimmermann: WortWörtlich - Kleine Arbeiten zur Literaturgeschichte im Radio - Edition Lumière, Bremen 2003 - 362 S., 34,- e

"Die Literatur kann den Rundfunk nicht mehr entbehren. Man kann sagen: wenn ihn nicht die Techniker erfunden hätten, hätten ihn die Dichter erfinden müssen, den Verführer Rundfunk", hieß es auf einer Kasseler Tagung Dichtung und Rundfunk 1929. "Der Verführer Rundfunk" - kaum jemand hat ihn so virtuos zu nutzen verstanden wie Harro Zimmermann, der langjährige Kulturredakteur bei Radio Bremen. Dieser Band versammelt 27 seiner schönsten Stücke - von der Elenden Poeterei des Dichters Johann Christian Günther bis zu Leben und Werk des Nobelpreisträgers Günter Grass: Citoyen im Reiche Sisyphos. Ein Muss für alle, die das Kulturinstitut Radio noch nicht abgeschrieben haben.

Ernst Erich Noth: Die Tragödie der deutschen Jugend - hrsg. von Claudia Noth - Glotzi Verlag, Frankfurt am Main 2002 - 285 S., 28,- e

In diesem Essay, geschrieben 1934 im Pariser Exil, wollte der damals 25-jährige Schriftsteller Ernst Erich Noth ergründen und dem französischen Publikum verständlich machen, warum gerade so viele junge Deutsche der Faszination Hitlers und des Nationalsozialismus anheim gefallen waren. Das Werk sorgte für einiges Aufsehen und brachte es zu mehreren Auflagen. Fast 70 Jahre nach der Erstveröffentlichung bei Grasset in Paris und 20 Jahre nach dem Tod des Autors (der erst 1971 nach Deutschland zurückkehrte, um an der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität Literaturwissenschaften zu lehren)erscheint nun eine deutsche Ausgabe - ein herausragendes Dokument der Zeitgeschichte, Sebastian Haffners Geschichte eines Deutschen an die Seite zu stellen.