Viel wird über gebaute Erinnerung gestritten, über das Berliner Schloss und das Holocaust-Mahnmal. Nur um die Täter des NS-Staats ist es merkwürdig still geworden, die Topografie des Terrors dämmert vor sich hin. Längst hätte hier, wo einst die Gestapo ihre Zentrale hatte, ein Haus des Gedenkens eröffnen sollen, doch die Bauarbeiten ruhen, seit vielen Monaten. Der Berliner Senat zankt, knausert, tändelt, und gibt dem Architekten Peter Zumthor die Schuld.

Der hatte sich eine hoch komplizierte Konstruktion für das Gebäude ausgedacht, nicht ohne Bedacht. Sein Haus, das mehr einer Hülle gleicht, soll durch Streben aus Beton leicht, schön und singulär wirken. Dafür aber fehlt dem Berliner Senat der Sinn und das Geld, er will lieber mit Stahl oder Holz weiterbauen, auch wenn damit der Charakter des Museums entstellt würde.

Retten kann Zumthors Bau wohl nur noch der Bund, der für Schloss und Jüdisches Museum gerne gibt und jetzt auch die Topografie in seine Obhut nehmen muss. Gegen Berlins Kleingeisterei hilft allein die Offenheit der Kulturstaatsministerin - und ihr Geld.