Karl Max Einhäupl, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, hat die geplante Reform der Wissenschaftsfinanzierung in Deutschland kritisiert. In der ZEIT warnt er davor, „die Verantwortung für den Hochschulbau allein den Ländern zu übertragen“, wie es von Bundesbildungsministerin Edelgard Buhlman und den Ministerpräsidenten der Länder geplant ist. Bisher wird der Hochschulbau vom Bund mitfinanziert. Würden die Länder die Aufgabe allein übernehmen, sagt Einhäupl „in den Ländern Verteilungskämpfe“ voraus, bei denen die „Wissenschaft öfter den Kürzeren ziehen wird“. Einhäupl wendet sich auch gegen den Vorschlag, dass der Bund im Gegenzug die alleinige Finanzierung der Grundlagen- und Großforschung übernimmt. Er fürchte, dass dann „die Schere zwischen der Hochschulforschung und den außeruniversitären Einrichtungen noch weiter auseinander gehe“.

Der Wissenschaftsratsvorsitzende klagt, dass das Verständnis für die Wissenschaft außerhalb der Fachressorts in den vergangenen Jahren gesunken sei. „Nach manchem Gespräch mit einem Nicht-Wissenschaftspolitiker fragt man sich manchmal etwas fassungslos: Wodurch glauben die, dass wir auf dem Fortschrittsstand, den wir heute haben, gekommen sind?“, sagt Einhäupl gegenüber der ZEIT.

Rückschlag für die Frauenbank – Aufsichtsrat tritt zurück

Der Aufsichtsrat der Frauenbank ist in der vergangenen Woche geschlossen zurückgetreten. Das bestätigte Vorstandsmitglied Angelika Huber der Wochen-zeitung DIE ZEIT. Der Vorstand und die drei Mitglieder des Aufsichtsrates seien sich über die Zukunftsfähigkeit der Frauenbank nicht mehr einig gewesen.

Bislang ist die Bank „von Frauen für Frauen“ aus München nicht über die Gründungsphase hinausgekommen. Von den notwendigen fünf Millionen Euro Eigenkapital waren nach Bankangaben bis Mitte März 2003 lediglich 4,5 Millionen Euro als „unverbindliche Beteiligungsabsichten“ zusammengekommen.

Max-Planck-Institut unterbindet „Verquickung“ von Wissenschaft mit kreationistischen Inhalten

Darf ein Wissenschaftler die Evolutionstheorie auf einer offiziellen Website seines Forschungsinstituts infrage stellen? Wolf-Ekkehard Lönnig, gruppenleitender Genetiker am Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung (MPIZ), hält nichts von Darwins Befunden und ist Anhänger der sogenannten Intelligent-Design-Theorie, die die Vielfalt der Natur als Produkt eines genialen Schöpfers betrachtet.

Am Montag (28.4.) hat das vierköpfige Direktorengremium des MPIZ entschieden, dass Lönnigs 1000-seitiger Auftritt im Netz in dieser Form „nicht akzepta-bel“ sei. „Wir hätten uns“, sagt Paul Schulze-Lefert, geschäftsführender Direktor des Instituts, der ZEIT, „lächerlich gemacht, würden wir diese Verquickung von wissenschaftlich abgesicherten Befunden und persönlicher Meinung weiterhin auf unseren Sites dulden.“

Die Webseite von Lönnig bleibt vorläufig gesperrt. Nur eine „massiv entrümpelte“ Version wird in Zukunft auf dem MPG-Server zu finden sein. Die am Montag beschlossenen neuen Regeln für das Gestalten von MPIZ-Websites seien je-doch keine „Lex Lönnig“. Sie gelten fortan für alle Mitarbeiter. Unter anderem dürfen nur Publikation, die ein peer rewiew durchlaufen haben, aufgelistet sein. Persönliche Meinungen, auch wenn sie (Schulze-Lefert) „vordergründig abstrus erscheinen“, werden auf der Website explizit geduldet – müssen aber klar gekennzeichnet sein.

Ewald Lienen: „Manchmal muss der Rasen brennen“

Ewald Lienen, Trainer bei Borussia Mönchengladbach hasst es, immer wieder als asketischer Sonderling unter den Bundesligatrainern zu gelten. Der ZEIT sagt der 49jährige: „Ihre ganze asketische Nummer können Sie getrost in die Tonne kloppen, weil das auf mich nicht im Mindesten zutrifft.“ Das Rauchen habe er mit elf Jahren aufgegeben, weil er sich übergeben musste. Doch die letzte Portion Pommes Frites habe er gerade erst im Trainingslager gegessen. Das Vorurteil über den Asketen und Disziplinfanatiker Lienen „ist dem Bedürfnis Ihrer Kollegen entsprungen, mich mit allerlei Attributen zu bekleben“.

Lienen, der 1985 für die DKP-nahe Friedensliste kandidierte, empfindet die Außenpolitik der Regierung Schröder als späten Triumph der Friedensbewegung: „Das zeigt doch, dass es sich lohnt, auf die Straße zu gehen. Ich glaube, dass die Geschichte immer vorangetrieben wird von Leuten, die bereit sind, Opfer zu bringen. Insofern bin ich stolz darauf, dass ich da investiert habe.“

Dass auch er, der frühere Friedensaktivist, heute davon spreche, ein Spieler müsse bereit sein, auf dem Platz zu sterben, will er nicht überbewerten, das sei Fußballfolklore. „Manchmal muss der Rasen eben brennen, und manchmal muss auch einer auf die Aschenbahn fliegen. Ich will zwar absolute Aggressivität haben, aber im Rahmen der Regel. Und da gibt es viel Raum für gute Aggressivität.“