Italiens Erinnerungskultur wirkt sonderbar gespalten. Der Resistenza-Mythos lebt – und verstellt zugleich den Blick auf die dunklen Seiten der eigenen jüngeren Vergangenheit. Die Leiden der letzten Kriegsjahre, als das Land, nach dem Allianzwechsel vom Herbst 1943, unter die Terrorherrschaft des großen Exverbündeten Deutschland geriet, ließen vergessen, dass Italien auch eine Täternation ist. Vor allem seine Kolonialgeschichte kennt monströse Verbrechen, die bis heute heftig verdrängt werden – eine Geschichte, die schon lange vor der faschistischen Machtübernahme begann.

1911 feierte das Königreich Italien den 50. Jahrestag seines Bestehens. Zum Gedenken an die Einigungskriege des Risorgimento fanden überall im Land Militärparaden und Feste statt. In Rom wurde unter Beisein von König Viktor Emanuel III. der erst halb fertig gestellte Altar des Vaterlands eingeweiht, jene überdimensionierte Hochzeitstorte aus weißem Marmor, die am Kapitolshügel bis heute an die Einigung Italiens erinnert. Allerdings konnten die Jubelfeiern nicht darüber hinwegtäuschen, dass man die "innere Einheit" noch nicht erreicht hatte. Italien war ein bitterarmes, industriell zurückgebliebenes Land, das von einer schmalen liberalen Elite mehr schlecht als recht regiert wurde. Schwere Sozialkonflikte, von den Ordnungskräften nicht selten mit Gewalt erstickt, erschütterten das Königreich seit Jahrzehnten. Aus schierer Not kehrten zwischen 1901 und 1911 nicht weniger als 1,6 Millionen Italiener der "Großen Proletarierin" den Rücken, um sich in den USA und in Argentinien ein besseres Leben aufzubauen. Noch immer schloss ein restriktives Zensuswahlrecht die Massen des Volkes von jeder Teilnahme am politischen Leben aus.

Die ungelösten Probleme des Königreiches bildeten den Nährboden für den kolonialen Taumel, der die Italiener 1911 innerhalb weniger Wochen erfasste. Nationalistische Intellektuelle im Umfeld der jungen Associazione nazionalista italiana lancierten die Idee, dass nur ein weiteres koloniales Ausgreifen die sozialen Probleme Italiens lösen könne. Die großen Tageszeitungen griffen den Gedanken auf. Tripolitanien und die Cyrenaika, die beiden letzten nordafrikanischen Provinzen des Osmanischen Reiches (auf dem Gebiet des heutigen Libyen), würden die natürliche Verlängerung der Halbinsel in Afrika bilden. In den menschenleeren Weiten gebe es für die Söhne Italiens fruchtbare Ländereien im Überfluss. Das Gebiet um den Syrte-Bogen sei die terra promessa, die verheißene Erde, und für die Auswanderer eine heimatnahe Alternative zu Amerika. Nichts davon stimmte: Das Land glich eher einer "Sandschachtel", und die fruchtbaren Küstenstriche am Meer waren dicht besiedelt.

Die durch die Pressekampagne geschürten Erwartungen ließ das erst seit wenigen Monaten amtierende Kabinett unter dem liberalen Premier Giovanni Giolitti nicht unbeeindruckt. Während das Parlament noch in den Ferien weilte, handelte er – zusammen mit seinem Außenminister – rasch und ohne Skrupel. Ein Eroberungsfeldzug sollte von den inneren Problemen des Landes ablenken und die unzufriedenen Massen um Giolittis liberale Reformpolitik scharen. Zudem schien die internationale Großwetterlage im Spätsommer 1911 für eine Landnahme in Nordafrika einmalig günstig. Österreich-Ungarn, das 1908 Bosnien-Herzegowina annektiert hatte, war an einer weiteren Schwächung des Osmanischen Reiches interessiert. Frankreich, das sich erst im Juli gegen den Willen Kaiser Wilhelms II. in Marokko festgesetzt hatte, konnte keine Stimme des Protestes erheben. Und vonseiten des geschwächten Osmanischen Reiches war ohnehin kein ernsthafter Widerstand zu erwarten.

Der erste Luftangriff der Weltgeschichte

Am 26. September 1911 stellte Italien der Hohen Pforte ein Ultimatum und verlangte die sofortige Abtretung der Provinzen Tripolitanien und Cyrenaika. Sultan Mehmed V. und seine jungtürkische Regierung lehnten das unmögliche Ansinnen ab, was Rom kurzerhand mit einer Kriegserklärung beantwortete. Den jubelnden Massen präsentierte man das Unternehmen als militärischen Spaziergang. Für das Expeditionskorps wurden zunächst 40000 Mann, darunter auch viele eritreische und somalische Askaris, zu den Waffen gerufen.

Die Seelandung unter dem Kommando von General Carlo Caneva begann mit schweren Bombardements der größeren Küstenstädte, die von der italienischen Flotte vom Meer aus unter Feuer genommen wurden. Seit dem 5. Oktober gingen Tausende von Bersaglieri in Tripolis, Bengasi, Derna, Homs und Tobruk an Land. Doch schon nach wenigen Tagen zeigte sich, dass die Regierung die Situation völlig falsch eingeschätzt hatte. Die seit Jahrhunderten relativ eigenständig unter osmanischer Oberherrschaft lebenden Araber und Berber begrüßten die Invasoren nicht als Befreier; sie sahen in ihnen vielmehr neue Kreuzritter, welche die islamische Kultur des Maghreb bedrohten. Die Stämme schlossen sich dem Widerstand ihrer osmanischen Herren an und brachten die Italiener, die nicht einmal über das notwendige Kartenmaterial verfügten, in heftige Bedrängnis.

Bei Sciara Sciat, in unmittelbarer Nähe von Tripolis, kam es am 23. Oktober zu einem schweren Gefecht; über 500 Italiener fielen. Die Invasoren, die von einem "Verrat der Araber" sprachen, reagierten mit einem beispiellosen Gewaltexzess. In einem regelrechten Pogrom ermordete eine aufgebrachte Soldateska innerhalb von fünf Tagen wahllos Tausende von Einheimischen, brannte ihre Häuser nieder und beschlagnahmte ihr Vieh.

Es begann die Herrschaft des Galgens. Noch Wochen nach Sciara Sciat verhängten Militärgerichte Hunderte Todesurteile gegen "Rebellen". Oft wurden ganze Gruppen von Verurteilten auf öffentlichen Plätzen erhängt. Der reinen Vergeltung diente auch der erste Luftangriff der Geschichte: Am 1. November 1911 warf Leutnant Giulio Cavotti über zwei Oasen in der Nähe von Tripolis von einem Flugzeug aus eigenhändig die ersten 2-Kilogramm-Bomben auf lebende Ziele ab. Nicht genug damit, verschleppten die Italiener etwa 4000 Araber nach Süditalien, um sie unter unsäglichen Bedingungen auf Strafinseln wie Ponza und Tremiti zu internieren.

Trotz der Massenrepression kamen die Militäroperationen nur schleppend voran. Nach und nach musste das italienische Expeditionskorps auf 100000 Mann erhöht werden. Im Friedensvertrag von Ouchy am Genfer See, den die Kriegsgegner am 18. Oktober 1912 unterzeichneten, trat das Osmanische Reich die beiden Provinzen Tripolitanien und Cyrenaika an Italien ab. Doch damit war der Krieg nicht zu Ende. Selbst nach einem Jahr steckten die Italiener immer noch in den Küstenoasen fest, weil der Widerstand der arabischen und berberischen Stämme ungebrochen anhielt.

Nur langsam stellten sich Erfolge ein. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges konnte ein Drittel der Fläche des späteren Libyen unter italienische Kontrolle gebracht werden. Doch kurz darauf mussten sich die Besatzungstruppen wieder an die Küste zurückziehen. Im Sommer 1915 beschränkte sich die italienische Herrschaft nur noch auf die beiden Hafenstädte Tripolis und Homs. Tausende von Bersaglieri waren gefallen oder in Gefangenschaft geraten. Diese für die italienischen Großmachtambitionen demütigende Situation blieb weit über das Ende des Ersten Weltkrieges bestehen.

Doch schon bald nach der Machtübertragung an Benito Mussolini (der noch 1911, als junger Sozialistenführer, in der Provinz Forlì einen Generalstreik gegen den Libyen-Krieg organisiert hatte!) stieg die "Wiedereroberung" des Landes zu einem wichtigen Ziel des Regimes auf. "Es ist Schicksal, dass das Mittelmeer wieder unser werde", hatte der Duce bereits 1921, ein Jahr vor dem "Marsch auf Rom", öffentlich erklärt. Der Besitz von Kolonien galt den italienischen Faschisten als ebenso notwendig wie legitim, da eine übervölkerte Nation ohne Bodenschätze ein natürliches Recht besitze, Kompensationen in Übersee zu suchen. Rund um die Große Syrte sollte eine blühende Siedlungskolonie entstehen – ganz nach dem Vorbild des antiken Imperium Romanum mit seinen Städten Sabratha, Oea und Leptis Magna.

Allerdings nahm die Umsetzung dieses Plans fast zehn Jahre in Anspruch. Gegen die Widerstandskämpfer setzte das faschistische Italien modernstes Kriegsgerät und neuartige Methoden der Konterguerilla ein. Ziel der Militäroperationen waren nicht nur die "Pazifizierung des Landes" und die dauerhafte Unterwerfung der Stämme. Gleichzeitig sollte die einheimische Bevölkerung aus den fruchtbaren Küstenstrichen vertrieben werden, um Platz für Kolonisten zu schaffen.

Vertreibungen, Giftgas und Konzentrationslager

Im Verlauf der zwanziger Jahre enteigneten die Italiener immer mehr Land; es ging in den Besitz von armen Siedlern, aber auch verdienten Faschisten und Kolonialbeamten über. Giuseppe Volpi, von 1921 bis 1925 Gouverneur von Tripolitanien, wurde auf diese Weise zum Großgrundbesitzer. Viele der enteigneten Menschen flüchteten in unfruchtbare Trockenzonen. Andere schufteten für Hungerlöhne auf Siedlerland oder bauten für die Kolonialmacht Straßen und repräsentative Gebäude.

Eine besondere Rolle bei der "Befriedung" des Landes spielte die Regia Aeronautica, die junge Luftwaffe des Königreiches Italien. Aufklärungsflugzeuge führten Bodentruppen an Guerillaeinheiten heran, machten Aufnahmen zur besseren Planung der Operationen und flogen verwundete Soldaten in Hospitäler. Vorgeschobene Einheiten wurden mit Munition und Proviant versorgt. Regelmäßig flog die Regia Aeronautica auch Militärrichter in entfernte Wüstengebiete. Diese fliegenden Gerichte verurteilten zahlreiche Widerstandskämpfer in Schnellverfahren zum Tod. Freilich griff die Luftwaffe auch direkt in die Kämpfe ein. Immer wieder attackierte sie berittene Stammeskrieger und rieb mit ihrer überlegenen Feuerkraft schon geschlagene Gruppen auf.

Wie Spanien in seinem Protektorat Marokko setzte die Luftwaffe auch Giftgas ein. Das erste Mal am 6. Januar 1928 in Gifa. Im Februar 1928 flog sie an drei Tagen Angriffe gegen die aufständischen Mogarba und ließ Yperit niedergehen. Am 31. Juli 1930 bombardierte sie die Oase von Tazerbo, in der "Rebellen" vermutet wurden, mit Senfgas. Die Regia Aeronautica warf bei diesem Angriff 24 Yperit-Bomben von je 21 Kilogramm Gewicht über der Oase ab; das Gas brachte Aufständischen und unbeteiligten Nomaden einen grässlichen Tod. Unnötig zu sagen, dass durch diese Luftschläge das Genfer "Protokoll über das Verbot von erstickenden, giftigen oder ähnlichen Gasen" von 1925 mit Füßen getreten wurde. Mussolini und seine Generäle scherte es nicht.

Besonders unerbittlich wütete die Konterguerilla im Djebel al-Akhdar, dem verkarsteten Hochland der Cyrenaika, das im Süden weit in die Libysche Wüste greift. Hier organisierte die Senussi-Bewegung heftigen Widerstand, eine 1833 in Mekka von Ibn Ali as-Senussi gegründete Bruderschaft, die sich für eine Erneuerung des Islams und für eine Befreiung der arabischen Länder von jedem europäischen Einfluss einsetzte. Seit der Flucht ihres Oberhauptes Mohammed Idris (der später Libyens erster König werden sollte) stand die Senussia unter der Führung von Scheich Omar al-Mukthar, einem Mann, der noch heute, im Libyen Ghaddafis, als Volksheld verehrt wird.

Omar al-Mukthars Gotteskrieger verwickelten die Italiener jahrelang in Dutzende von Gefechten und verübten erfolgreiche Sabotageakte. Eine Taktik der Nadelstiche, die ihre Wirkung nicht verfehlte und Mussolinis Zorn erregte: Nach Jahren erfolgloser Operationen wollte er endlich Erfolge sehen. Im Dezember 1928 ernannte er Marschall Pietro Badoglio zum Gouverneur von ganz Libyen und erteilte ihm den Befehl, mit Omar al-Mukthars Banden endlich Schluss zu machen. Als nach 15 Monaten noch immer keine "Resultate" vorlagen, betraute der Duce zusätzlich General Rodolfo Graziani mit der Aufgabe. Der neue Vizegouverneur der Cyrenaika war ein erfahrener Kolonialoffizier, der in den Jahren zuvor schon Tripolitanien "pazifiziert" und weite Teile des Fezzan erobert hatte. Er entsprach ganz dem Typus des skrupellosen Kriegsherrn, der über Leichen geht. Graziani ließ als Erstes die Halbnomaden entwaffnen und all jene von ihnen hinrichten, die im bloßen Verdacht standen, mit den Aufständischen kollaboriert zu haben.

Inzwischen war auch Marschall Badoglio zu der Auffassung gelangt, dass traditionelle Methoden der Konterguerilla nicht genügten, um die Aufständischen zu besiegen. Zu fast allem bereit, riet er seinem besten Kommandeur, die "Rebellen" ganz von ihrem sozialen Umfeld abzuschneiden. Nur durch die Deportation der gesamten Zivilbevölkerung könnten die Wüstenkrieger besiegt werden. "Ich bin mir der Tragweite und Schwere dieser Maßnahme bewusst, die zum Ruin der unterworfenen Stämme führen muss", schrieb Badoglio am 20. Juni 1930 an General Graziani. "Aber nunmehr ist uns der Weg aufgezeigt, und wir müssen ihn bis zu Ende gehen, auch wenn dabei die ganze Bevölkerung der Cyrenaika zugrunde gehen sollte."

Der Zwangsexodus aus der Cyrenaika begann im Sommer 1930. Bewacht von Askaris, wurden 100000 Halbnomaden zusammen mit ihrem Vieh auf wochenlange Märsche gezwungen. Ihre Ländereien übereignete die Kolonialmacht italienischen Bauern. Unter der sengenden afrikanischen Sonne überlebte ein Zehntel der Deportierten die Strapazen der Märsche nicht. Nach Hunderten von Kilometern wurden die Überlebenden in 15 Konzentrationslagern interniert, die bewusst in Wüstengebieten angelegt worden waren. Im extremen Klima starben Tausende von Insassen an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung. Fluchtversuche bestraften die Wachleute mit summarischen Exekutionen, denen stets alle Internierten beiwohnen mussten. Im September 1933, als die Wüstenlager aufgehoben wurden, lebte nur noch etwa die Hälfte der Deportierten. Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, trugen sich im Inferno der libyschen Lager Massenverbrechen von genozidalen Dimensionen zu.

Die Deportation der Menschen aus der Cyrenaika schwächte die Widerstandsbewegung, weil sie ihr die soziale Basis entzog. Nicht genug damit, ließ Graziani entlang der Grenze zu Ägypten 1931 einen 300 Kilometer langen und vier Meter breiten Stacheldrahtzaun mit befestigten Kontrollposten errichten, um die Aufständischen vom Nachschub mit Waffen und Munition abzuschneiden. Dieser faschistische Limes, den motorisierte Patrouillen täglich überwachten, zog sich von der Küste bis in die Libysche Wüste. Er unterband den grenzüberschreitenden Handel und traf die in der Cyrenaika übrig gebliebenen Menschen an ihrem Lebensnerv. Dem gleichen Ziel diente die gezielte Abschlachtung von Schafen, Kamelen, Pferden und Eseln. Vieh war der einzige Reichtum der hier lebenden Stämme.

Endgültig wurde der Widerstand im September 1931 gebrochen. Während eines Gefechts strauchelte Omar al-Mukthars Pferd und warf den über 70-jährigen Guerillaführer ab. Einer italienischen Einheit gelang es, den Verletzten gefangen zu nehmen. Der alte Mann wurde in schwere Eisenketten gelegt und an Bord des Zerstörers Orsini nach Bengasi gebracht. Dort verurteilte ihn ein italienisches Militärgericht in einem Schauprozess zum Tod durch Erhängen. Am 16. September 1931 wurde Omar al-Mukthar im Konzentrationslager Soluq vor den Augen seiner Landsleute hingerichtet.

Vorbild für die NS-Herrschaft über Europa

Im Januar 1932 meldete Gouverneur Badoglio nicht ohne Stolz nach Rom, dass die Kolonie nach über zwanzig Jahren endlich befriedet sei. Italiens nordafrikanischer Besitzung waren noch zehn Jahre beschieden. Nach der Kapitulation des deutsch-italienischen Afrikakorps unter Generaloberst Jürgen von Arnim – Generalfeldmarschall Rommel war schon im März nach Europa zurückgekehrt – wurde Libyen im Mai 1943 unter britische und französische Militärverwaltung gestellt, bevor es 1951 als erster saharischer Staat unabhängig wurde.

Nicht nur libysche Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Kolonialmacht unter Gouverneur Pietro Badoglio einen kaltblütig geplanten Völkermord verübte, den die Welt wie so viele andere vergessen hat. Nach einer Schätzung des Turiner Historikers Angelo Del Boca kamen während der "Wiedereroberung" von Libyen rund 100000 Wüstenkrieger und Zivilisten gewaltsam ums Leben – etwa ein Achtel der Gesamtbevölkerung. Italien war das erste faschistische Regime, das ganze Volksgruppen deportierte und in Todeslagern zugrunde gehen ließ. Italien wandte als einer der ersten Staaten Methoden der Konterguerilla an, die nicht bloß auf die Vernichtung von bewaffneten Kämpfern, sondern auf die Dezimierung der zivilen Bevölkerung zielten. Die italienische Gewaltherrschaft in Libyen gibt dem polnischen Publizisten Ryszard Kapu™ciºski Recht, der unlängst meinte, dass die Kolonialmächte in Afrika bereits manches praktizierten, was Wehrmacht und SS später weiter systematisiert und technisch perfektioniert auf Europa übertrugen – ein Regime des Schreckens, dem, so müssen wir hinzufügen, am Ende auch Italien selbst zum Opfer fiel.

Der Autor ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Luzern