Nicht viel ist von Kurt Landauer geblieben, der, mit Unterbrechungen, 18 Jahre lang Präsident des FC Bayern München war. Als er im Dezember 1961 starb, hinterließ er seinem Neffen eine Armbanduhr, zwei Manschettenknöpfe, 10000 Mark und zwei "Opernlangspielplatten, englisch", so steht es in seinem Testament. Was aus den Erbstücken geworden ist, kann der Neffe heute nicht mehr sagen. Von Onkel Kurt hat er nur noch einen schwarzen Herrenschirm. Der Knauf ist irgendwann abgebrochen, aber die Bespannung ist noch immer wasserfest. Und wenn es in München regnet, führt der Neffe, der selbst schon 80 ist, den Schirm spazieren und nutzt dabei jede Gelegenheit, ihn den Leuten vorzustellen. "Geht mit meinem Schirm gut um", sagt Herr Siegel dann zum Beispiel, wenn er ihn beim Friseur in die Ecke stellt, "der hat fei einmal einem Bayern-Präsidenten gehört."