Enrico ist die gebräuchliche italienische Version des Namens, der in anderen Ländern als Heinrich, Henry, Henri oder Enrique geläufig ist. In Griechenland heißt der Heinrich Errikos. Den Namen Errico hatte ich vor Ihrer Anfrage noch niemals gehört. Das ging auch einer durchaus belesenen italienischen Freundin so, die das für einen Druckfehler hielt. Das italienische Konsulat in Hamburg konnte uns dagegen bestätigen, dass in der Hansestadt ein oder zwei Italiener mit diesem Vornamen leben.

Wenn also selbst (Nord-)Italiener den Namen nicht kennen, dann lässt das auf eine regionale Besonderheit schließen. Und tatsächlich bestätigt der Romanist Wolfgang Schweickard von der Universität Saarbrücken, dass der Vorname Errico vor allem in Latium, also der Gegend um Rom, gebräuchlich ist – und in Kampanien. Das ist die Gegend um Neapel, wo der spätere Startenor 1873 als 18. von 20 Kindern geboren wurde und 1921 auch starb.

Berühmt wurde Caruso dann aber doch als Enrico. Eine Begründung für den Namenswechsel habe ich nirgends finden können. Wollte der Sänger seine provinzielle Herkunft verleugnen? Wahrscheinlich war es eher so, dass er irgendwann keine Lust mehr hatte, seine Zeitgenossen immer wieder verbessern zu müssen, und sich in den gesamtitalienischen Vornamen fügte. Christoph Drösser

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