Der Ratschlag, bei Gewitter nicht im See zu baden, ist wohlbegründet. Denn auf der großen Seeoberfläche ist ein einsamer menschlicher Schwimmer der höchste Punkt weit und breit, und bekanntlich sucht der Blitz sich solche Punkte mit Vorliebe zum Einschlagen aus.

Was ist nun mit den Tieren, nach denen Ihre Tochter fragt? Da gilt zunächst einmal: Je kleiner, desto ungefährlicher – in eine Ente schlägt der Blitz nicht so schnell ein wie in einen Menschen, und in kleinen Körpern entstehen in einem elektrischen Feld nicht so hohe Spannungen wie in großen. Und was die Fische angeht: unter Wasser ist man erheblich sicherer als auf dem Wasser, weil man ja nicht mehr ein bevorzugtes Ziel für den Blitz ist. Und weil das Wasser ein guter Leiter ist, verteilt sich die Energie des Blitzes in alle Richtungen, sodass Wasserbewohner und Taucher schon in einigen Metern Entfernung vom Blitzeinschlag wenig zu befürchten haben – je tiefer, desto sicherer.

Deshalb schwimmen nach einem Gewitter nicht Tausende von toten Fischen auf dem See, sondern allenfalls ein paar Exemplare, die sich nahe an der Oberfläche und nahe am Einschlagsort des Blitzes befanden. Christoph Drösser

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