Noch Ende vergangener Woche verbreitete VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder bei der Betriebsversammlung in Wolfsburg wenig positive Nachrichten: Weder in Westeuropa noch in den USA oder Südamerika sei kurzfristig eine Konjunkturbelebung in Sicht. Die Konsequenz für VW: Noch mehr sparen.

Mittelfristig allerdings können auch die Wolfsburger wieder hoffen, wenn die Voraussagen des Leverkusener Prognoseinstituts B&D Forecast zutreffen. Nach dem Tiefpunkt im Sommer 2003 erwartet Institutschef Ferdinand Dudenhöffer im Herbst den Beginn eines Umschwungs auf dem deutschen Markt. Befördert werde dies durch die anstehende Automobilausstellung IAA in Frankfurt und die Vielzahl neuer Modelle. Insbesondere der im Oktober anlaufende neue VW Golf werde einen Schub bewirken ("Golf-Effekt"). Für das laufende Jahr rechnen die B&D-Prognostiker zwar insgesamt noch mit einem leichten Rückgang der Zulassungen um ein Prozent auf 3,22 Millionen Pkw, dafür aber soll es 2004 mit 7,1 Prozent Zuwachs auf 3,45 Millionen Fahrzeuge kräftig aufwärts gehen.

Für 2005 rechnet Dudenhöffer gar mit plus 10 Prozent. Damit liegen die B&D-Voraussagen deutlich über denen anderer Insitute. Bis der große Aufschwung eintritt, müssen sich die Autobosse allerdings noch etwas gedulden. Zwar wurden im Mai in Deutschland 6,9 Prozent mehr neue Pkw zugelassen als im Vergleichsmonat des Vorjahres, aber in Westeuropa insgesamt liegen die Verkäufe bislang noch um 3,8 Prozent unter denen des Jahres 2002.