Andrzej Stasiuk: Die Mauern von Hebron - aus dem Polnischen von Olaf Kühl - edition suhrkamp, Frankfurt a. M. 2003 - 159 S., 9,- e.

Das legendäre Debüt des großen polnischen Prosapoeten, Sängers des Lichts, Chronisten der galizischen Unterwelt. Die Geburt des Schriftstellers Stasiuk fand statt in einer Gefängniszelle, aus Langeweile habe er sich während seiner Haft ein Heft gekauft. Darin beschreibt er, wie ein Häftling auf und ab geht, sechs Schritte in jede Richtung, nachts kommen die Toten, tags die Erinnerungen an "irgendwelche Mösen" und die dazugehörigen Bürgerzicken, denen der Kerl es besorgt, die er ausgeraubt hat. 1992 in Polen erschienen, ist der Band ein Nachtrag zur Entdeckung des bedeutendsten polnischen Gegenwartsautors, der sich damals in der Pose des erbarmungslosen, inhumanen Rebellen noch ein bisschen zu gut gefallen hat. Einerseits.

Bohumil Hrabal: Allzu laute Einsamkeit und andere Texte - mit Beiträgen von Susanna Roth und Peter Demetz - aus dem Tschechischen von Peter Sacher - DVA, Stuttgart 2003 - 191 S., 19,90 e.

Andererseits ist der Himmel nicht human, "und ein Mensch, der etwas auf dem Kasten hat, der kann auch nicht human sein". Behauptet Stasiuks Bruder im Geiste in seiner schönsten Prager Erzählung über einen Mann, der Altpapier presst und dabei immer klüger wird. Außerdem in dem Band: Gespräche mit Hrabal und der "Leitfaden eines Baflerlehrlings", das Bekenntnis eines heiligen Schwätzers über Frau Welt, Gevatter Tod und all anderen.