Kinderlose sollen künftig einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung zahlen als Eltern. Das schlägt die von der Bundesregierung eingesetzte Rürup-Kommission in ihrem unveröffentlichten Abschlussbericht vor. Sie greift damit eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts auf, die Sozialministerin Ulla Schmidt bis 2004 umsetzen muss: Kindererziehung soll demnach in der Pflegeversicherung honoriert werden. Nach dem Konzept der Rürup-Kommission sollen Kinderlose zusätzlich zum Beitragssatz von 1,7 Prozent monatlich einen niedrigen einstelligen Euro-Beitrag zahlen müssen.

Ziel der Kommission ist es, den Beitragssatz für die Pflege auf lange Sicht stabil zu halten. Dafür werden sowohl Veränderungen bei den Leistungen als auch ein zusätzliches obligatorisches "Altersvorsorgesparen" vorgeschlagen.

Mit den Mitteln aus der obligatorischen Pflege-Vorsorge soll ein Kapitalstock aufgebaut werden. Auch Rentner sollen am Altersvorsorgesparen beteiligt werden, ihr "Solidarbeitrag" soll allerdings niedriger ausfallen als der Beitrag der Jüngeren.

Zahlreiche Pflegebedürftige in Heimen dürften nach dem Konzept zudem weniger Geld aus der Pflegeversicherung bekommen als bisher: Der Zuschuss für vollstationäre Pflege der Stufe I soll von heute 1023 auf nur 400 Euro im Monat sinken, bei der Stufe II von 1279 auf 1000 Euro. Karl Lauterbach, Kommissionsmitglied und Berater von Ministerin Ulla Schmidt, kritisiert vor allem die geplanten Kürzungen bei den leichteren Pflegefällen (Stufe I): "Auf Dauer wird das die Kosten eher steigern - je früher Hilfebedürftige unterstützt werden, desto eher lässt sich oft Langzeitpflege vermeiden."