Wochenende. Schwitz. Leeres Hirn. Leere Lokale. Ein Eis wäre jetzt gut. Oder wenigstens eine Gehaltserhöhung. Aber wo sind die Deutschen hin? Steuerflucht? Liegewiese? Am Montag dann die erschütternde Meldung eines Hamburger Nachrichtenmagazins: "Über die Ursache des Menschenschwunds schweigen die Gene." Kaum glaubwürdig eigentlich, haben die Gene sich doch in letzter Zeit zu rechten Plappermäulchen entwickelt. Vor wenigen Jahren zwirbelten sie noch still in unseren Zellkernen dahin. Und jetzt? Ein endloses GCAATAG-Gebrumse. Man hört schon gar nicht mehr hin. Alles soll sich in dem Buchstabensalat verbergen, die Erektionsfähigkeit des Mannes und sogar der Busfahrplan von Göttingen. Warum schweigen sie dann plötzlich zum Menschenschwund, die Schlawiner, zum Deutschenschwund, zum Steuer- und Sozialversicherungsbeitragszahlerschwund?

Hat das Model Toni mit der Sache zu tun? Am Freitag fragte sie in Bild: "Bekommt man von Schokolade größere Brüste?" Gute Frage. Keine Antwort. Setzte hier etwa das Schweigen der Gene ein? Traten sie in Auskunftsstreik? Morsten sie einander multipolare Verweigerungsabkommen zu, osmotisch? Ab jetzt kein Wort mehr zu Brustgröße- oder Menschenschwundfragen! Gezeichnet ATTA, Schriftführer.

Rätselhafte Desoxyribonukleinsäure. Gefährlicher Schweigeterror. Herrenloses Gen schweigt auf Leipziger Bahnsteig. AAAAA! Gleich alles absperren. Mit Wasserkanone zerdeppern, Fragen kann man nachher stellen. Das Hamburger Nachrichtenmagazin? Ratlos. Von den Genen kein Kommentar. Dr. Watson, übernehmen Sie!

So viele Fragen werden nun für immer unbeantwortet bleiben. Durfte Uschi "Schätzchen" Glas sich für die berühmte Hamburger Zeitschrift Max ausziehen? Die Fernsehzuschauer im ProSieben-TED sind erwartungsgemäß gespalten. 752 dagegen, 757 dafür. Hier empfiehlt sich eine große Koalition der Ausziehparteien, die zu tragfähigen Kompromissen finden kann, zum Beispiel: Entweder oben nackig oder unten, aber beides geht nun einmal nicht. Über die Ursachen des Glasschen Kleiderschwunds aber schweigen die Gene.

Aber die Lösung ist in Arbeit. Craig Venter, der große Gen-Gott oder -Teufel, übersetzt das Gen "Funkstille" gerade für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bald wird der Gen-Schweige-Code entschlüsselt sein. Entscheidend ist allerdings die Anordnung der Schweigesäuren in den Ohrenstöpseln. Finis