Genau 45 Tage vor dem Start der Fußball-Bundesliga am 2. August halten die Vereine ihre Taschen zu: Lediglich 17 Millionen Euro haben die deutschen Clubs in neue Spieler investiert. 2002/2003 waren es noch 102 Millionen Euro, in der Saison davor sogar 150 Millionen Euro. Insgesamt haben die Bundesligisten ihre Etats für die kommende Saison um 50 Millionen Euro auf 615 Millionen Euro zurückgeschraubt.

Die Sparsamkeit hat gute Gründe: Solange die Liga und ihr Schweizer Vermarktungspartner Infront mit dem Ex-Nationalspieler Günter Netzer noch keinen Partner für die Berichterstattung im Free-TV gefunden haben, sind ihre Einnahmen unsicher. Zwar haben Netzer & Co. der Deutschen Fußball-Liga 290 Millionen Euro für die Übertragungsrechte der Bundesliga zugesichert. Doch Netzer, der die Rechte dem insolventen Kirch-Imperium abgekauft hat, hat möglicherweise ein Eigentor geschossen: Sat.1 bietet nur noch 45 statt 80 Millionen Euro. Selbst wenn, wie derzeit spekuliert wird, die ARD bereit wäre, 55 Millionen Euro für die Rechte zu zahlen, hätte Netzer noch immer ein Problem. Schon 150 Millionen Euro hat der Pay-TV-Sender Premiere ihm für das Recht bezahlt, sämtliche Spiele exklusiv live zu zeigen. Statt bisher zwei Spiele live, wie Sat.1, möchte die ARD aber sechs Spiele direkt übertragen.

Für diesen Fall aber hat Premiere-Chef Georg Kofler angekündigt, dass er von Netzer Geld zurückhaben will. Auch das Fußballgeschäft ist rikanter geworden, seit Leo Kirch nicht mehr mitspielt.