Anstatt wenigstens auszugsweise wiederzugeben, was Autoren wie Umberto Eco, Adolf Muschg, Jürgen Habermas und Jacques Derrida über ein neues Selbstbewusstsein der Europäer zu sagen haben, macht Jan Roß sie lächerlich. "Rückwärtsgewandt", "billig und dünn", "rüde", "blind", "taktlos" und "Euro-nationalistisch" lauten einige der Verdikte, die Roß über Andersdenkende fällt. Nun mag es so sein, dass die verurteilten Texte nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Ein Urteil darüber hätte die ZEIT aber ruhig den Lesern überlassen können.

Kurt Kahl Wien/Österreich

Schade, eigentlich sollte doch der Versuch von Habermas, Eco, Muschg und Co., einen europäischen Standpunkt zu beleuchten oder vielleicht auch nur zu initiieren, positiver aufgenommen werden. Die europäische Geschichte mit ihren oft furchtbaren Nationalismen, imperialistischen Kolonialzeiten und den seit der Aufklärung überwunden geglaubten Abhängigkeiten von Kirchen und Religionen hat doch spätestens mit dem Ende des 20. Jahrhunderts ein humanistisches Grundverständnis entstehen lassen, das hoffnungsfroh stimmt.

Die Säkularisierung, der Wunsch nach etwas mehr sozialem Ausgleich und die Berücksichtigung unserer Umwelt sollten nicht die schlimmsten Werte darstellen.

Armin K. Baumann Rüsselsheim