Als er geboren wurde, freute sich besonders sein Vater, weil der nun einen Mann in der Familie hatte. Er blieb das einzige Kind. Als 13-Jähriger erlitt er einen Anfall von Veitstanz, von dem er sich lange nicht erholte.

Später beschloss er, Maler zu werden. Er besuchte die Kunstgewerbeschule, in der er es bis zum Meisterschüler brachte. Er lernte das Abmalen als die Übersetzung der dreidimensionalen Körperlichkeit auf eine zweidimensionale Fläche und vieles mehr. Die modernen Kunstrichtungen fanden außerhalb seines Bewusstseins statt. Als er an die Kunstschule in Berlin kam, entließ man ihn nach vier Wochen wegen Talentlosigkeit. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde er eingezogen, aber aus gesundheitlichen Gründen wieder entlassen. Er beschrieb das so: Im Kriege habe ich mich dem Vaterlande und der Kunstgeschichte durch Tapferkeit im Vaterlande erhalten ... und zwar auf der Schreibstube.

Nachdem er auch Architektur studiert hatte, begann er ein Werk, das er in seiner Wohnung installierte. Seine Frau, die er schon jung geheiratet hatte, machte alles mit und unterstützte ihn. Auf Grund seiner immer ausgefalleneren Ideen und Materialien kam er in Berührung mit Gleichgesinnten, die ihn ablehnten, da seine Kunst unpolitisch sei. Aber er erklärte sich zum einzigen richtigen Vertreter der Dadaisten. Er gab eine Zeitschrift heraus, eines seiner Gedichte wurde weltberühmt.

Besonders Frauen waren von seinem Charme fasziniert. Seine Bilder setzte er aus Fundstücken zusammen: Fahrscheinen, Zeitungsausschnitten, Holzstücken.

Alle Dinge, die in das Bild eingehen, verlieren ihre ursprüngliche Bedeutung und werden zu notwendigen Teilen der Komposition verfremdet. Ich werte Sinn gegen Unsinn. Den Unsinn bevorzuge ich, aber das ist eine rein persönliche Angelegenheit. Mir tut der Unsinn leid, daß er bislang so selten künstlerisch geformt wurde, deshalb liebe ich Unsinn.

Unermüdlich hielt er Vorträge und reiste, um auch seine Dichtkunst vorzutragen. Sich und seine Arbeit verstand er als Gesamtkunstwerk. Eine kunstverständige Amerikanerin kam auf der Suche nach der künstlerischen Avantgarde nach Europa, um auch ihn kennen zu lernen. Sie sorgte dafür, dass er in Amerika bekannt und im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt wurde. Es gab viele Menschen, die ihn für krank, wenn nicht für verrückt hielten. Als die zwanziger Jahre zu Ende gingen, bekam er in Deutschland immer mehr Scnwierigkeiten. Er reiste nach Holland, Frankreich und Spanien.

Schließlich emigrierte er nach Norwegen.