Von der Provinz lernen heißt siegen lernen! Vielleicht sollte die Hamburger Kultursenatorin Dana Horáková, die den Chef ihres Schauspielhauses loswerden will, einen Blick ins badische Pforzheim werfen. Dort hat die Politik jetzt ein weithin leuchtendes Beispiel gegeben: Noch vor dem Ende seiner ersten Spielzeit ist der Intendant Georg Köhl entlassen worden, ruck, zuck!, ohne Pardon. So muss man heutzutage wohl durchgreifen, wenn der schnelle Publikums- und Kassenerfolg ausbleibt und der renitente Bühnenleiter trotzdem auf der Freiheit der Kunst besteht. Und noch etwas lehrt Pforzheim: Nachdem der Theatermacher gefeuert ist, muss man die Kunst verhübschen. Es müssen, so die Oberbürgermeisterin, "Änderungen an Inszenierungen eingeleitet werden, um das enttäuschte Publikum zurückzugewinnen". Enttäuscht war es etwa vom fehlenden Knusperhäuschen in Humperdincks Hänsel und Gretel - und den konservativen Rollback hat der kompromissbereite Intendant ohnehin schon eingeleitet. Nicht radikal genug, findet die Kommune, der mit dem Geld auch die Geduld ausgeht, die man in der Provinz selbst für maßvollste Updates der Ästhetik braucht. Pforzheim wird, da die Kassen überall leer sind, Schule machen: Stillstand, Rückschritt, Rausschmiss.