Am 8. August 2002 berichtete Sabine Rückert (ZEIT Nr. 33/02: Die letzte Szene einer Ehe ) über den Strafprozess gegen Hartmut Crantz. Er war beschuldigt worden, seine Frau Monika ermordet zu haben. Am Dienstag voriger Woche – eine Woche nach dem Urteilsspruch – erhängte sich Crantz in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Lübeck. Das Urteil lautete "lebenslänglich". Es war bereits der zweite Prozess gegen Crantz. Vor zweieinhalb Jahren hatte das Landgericht Lübeck ihn schon einmal zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Hartmut Crantz hatte stets seine Unschuld beteuert; die Leiche seiner Frau war nie gefunden worden. Das Gericht entschied nach einem aufwändigen Indizienprozess. Sein Anwalt legte wieder Revision ein. Durch Crantz’ Tod wird das Urteil wegen Mordes nicht mehr rechtskräftig. Juristisch gesehen heißt das: Crantz starb als unschuldiger Mann. Er war 58 Jahre alt.