Mit Essen spielt man nicht!", ermahnt man Kinder, die auf ihren Tellern Kunstwerke fabrizieren. Bei manch einem Gegenwartskünstler muss in dieser Hinsicht etwas schief gegangen sein. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sich der Chinese Zhang Huan in einem schweren Umhang aus blutigen Steaks durch New York schleppt, Victor Grippo Energiekreisläufe durch Kartoffelberge legt und Jana Sterbak aus rohem Fleisch einen Sessel zimmert? Die Arbeiten sind Teil der nicht immer appetitlichen Ausstellung bankett - Metabolismus und Kommunikation im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (bis 24.

August). Sie untersucht den Wandel von der Nah- zur Ferngesellschaft. Im digitalen Zeitalter werde der Metabolismus als Stoffwechsel in Organismen zum Informationsfluss in den globalen Netzen, heißt es im ZKM. Deswegen hat man dort zwei gigantische Nudelsuppenschüsseln des Japaners Majima aufgestellt.

In der einen sitzt ein Mann, der in einen Fernseher glotzt und dem das Essen schon aus dem Hals hängt. In der anderen sitzt ein Noodle Girl in seiner eigenen Suppe und macht die Beine nur noch für sein Fernsehgerät breit. Noch freudloser geht's bei der Mexikanerin Teresa Margolles zu. Sie hat zehn Kilogramm flüssiges Leichenfett auf einer Folie quer durch einen Raum gespannt. Wir haben uns das, ehrlich gesagt, nicht näher angesehen und uns lieber der originellen Performance von Patty Chang zugewandt. Die hat sich Honigmelonen vor die Brust geschnallt, was man erst sieht, als sie sich eine davon amputiert, den kernigen Inhalt herauspult und von ihrer Tante plappert, die an Brustkrebs starb. Keine leichte Kost.