Immer wieder, auch jetzt, raten Verkehrspsychologen, den Stau auf dem Weg zum Urlaubsziel einzuberechnen, einzuplanen, ja, ihn sogar zum festen Bestandteil des Urlaubs zu machen. Aber warum nicht gleich den ganzen Urlaub im Stau verbringen? Stau-Urlaub ist Individual-Urlaub, abwechslungsreich, umweltfreundlich und unheimlich günstig zugleich, und bringt Sie mit vielen netten Menschen in Kontakt - ohne dass man vermissen müsste, was auch sonst zu einem guten Urlaub gehört. Sie müssen nur ein paar Regeln beachten:

Überlegen Sie gut, mit wem Sie fahren

Für Ungeübte kann es von Vorteil sein, beim ersten Mal jemanden mit Stau-Urlaubserfahrung bei sich zu haben. Wer sich dagegen gern spontan auf Fremde einlässt und den Reiz des Unbekannten liebt, kann unbesorgt allein fahren. Haben Sie Kinder, setzen Sie sie vor den Fernseher, wenn aktuelle Berichte über Rekordstaus laufen, erzählen Sie ihnen, wie viele Spielkameraden dort auf sie warten, und warten Sie ihre Reaktion ab. Im Zweifelsfall engagieren Sie einen Babysitter auf unbestimmte Zeit. Auch für Ihren Partner gilt: Unbelehrbare, die den Urlaub im Stau nur widerwillig genießen können, sollten besser zu Hause bleiben.

Wählen Sie Ihre Ausrüstung mit Bedacht

Anfänger nehmen ein klimatisiertes Fahrzeug, in dem man einigermaßen bequem übernachten kann (prüfen Sie, wie weit sich die Sitze nach hinten klappen lassen: Ist dies zum Schlafen noch zu aufrecht, fragen sie in einer Werkstatt um Rat). Wer Wert auf viel Komfort legt, mietet ein Wohnmobil oder einen Caravan. Authentischer erleben lässt sich Stau jedoch in einem älteren Kleinwagen mit defekter Kupplung und heruntergekurbelten Fenstern. Echte Freaks verzichten vor Urlaubsbeginn auf das Tanken und lassen den Kühlwasserstand unter die Minimium-Marke sinken, Extrem-Stau-Urlauber führen weder Wasser noch Essbares mit sich und beschränken Kleidung und Körperpflege auf das Notwendigste.

Weniger abenteuerlich Veranlagte sollten wetterfeste Kleidung und ein paar Vorräte mitführen. Will man auf einen Campingkocher verzichten, aber auch nicht unbedingt auf lauwarmes Käsebrot zurückgreifen, empfehlen sich Einmannrationen der Bundeswehr, die sich kalt essen oder auch auf jeder Motorhaube erhitzen lassen. Im Survivalshop bekommen Sie Wasserkanister fürs Autodach, Klappspaten, Angelhaken und Zeltplanen. Auf Seilwinden, Sandmatten und sonstige "Befreiungs-Kits" für stecken gebliebene Fahrzeuge können Sie ruhig verzichten.

Nehmen Sie einen Stau, der sich lohnt