Nach einer taktisch erstaunlich disziplinierten Leistung hat sich die ARD gemeinsam mit dem ZDF die Rechte an der Ersten Fußball-Bundesliga fürs frei empfangbare Fernsehen gesichert. Dies bedeutet vor allem eines: Der frühe Samstagabend erhält in der ARD, nach Jahren des Mäanderns, wieder eine solide Struktur. Zurück kehrt für den Zuschauer die Geborgenheit, mit der es über Jahrzehnte stets zur gleichen Stunde hieß: "Willkommen zur Sportschau!"

Schon formieren sich die Nostalgiker und verlangen nach der alten schwarzweißen Deko und dem Rollkragen-Dresscode. Doch nichts wird mehr sein, wie es war. Wer glaubt, in der Rechtepartie sei es ausschließlich um den Fußball gegangen, steht viele Meter im Abseits. Speziell für die ARD ging es darum, am Samstagabend auf einer das Quotenspiel entscheidenden Position Boden gutzumachen.

Und wie bereitet man sich auf dieses Spiel vor? Jedenfalls nicht, wie bisher zu beobachten war! Statt ein Allstar-Team zu formieren, verhedderte sich die ARD auf Regionalliga-Niveau im Streit, ob WDR oder NDR den Ball führen dürfe. "Die Öffentlich-Rechtlichen retten den Fußball – wer rettet ARD und ZDF?", fragt die Süddeutsche Zeitung. Tatsächlich lautet die Frage genau andersherum. Wer rettet die ARD am Samstagabend? Und die Antwort lautet: Der Fußball, nur der Fußball. Jetzt lasst den Ball laufen! Moritz Müller-Wirth