Ted Lewis: Jack rechnet ab - aus dem Englischen von Erich Lifka - Strange Verlag, Erkrath 2003 - 220 S., 20,- e

Dank Martin Compart, dem Spezialisten für Noir, kommen sie wieder. Bei Ullstein, bei Bastei, bei Dumont hat Compart versucht, jener kalten, bitteren realistischen Literatur eine Bresche zu schlagen, die Verbrechen nicht aus der Sofaecke eines Landhauses als Gesellschaftsrätsel betrachtet, sondern als Existenzkampf im Pub, im Puff und im Knast. Ted Lewis ist einer ihrer britischen Väter - Carter rechnet ab ist Urstoff des Gangsterromans, verfilmt mit Michael Caine. Der Hitman kommt nach Newcastle zur Beerdigung seines Bruders und tötet alle, die mit dessen Tod zu tun hatten. Am Ende liegt Carter am Boden und sieht, wie das Blut aus ihm fließt.

Frank Göhre: Die toten Augen vom Elbstrand - Dr. Mabuse ist zurück - Hamburger Abendblatt, Hamburg 2003 - 64 S., 3,- e

Wiedergänger, die nicht totzukriegen sind, auch hier: Dr. Mabuse, Norbert Jacques' Überverbrecher, der Morphinist mit dem tödlichen Blick, ist wieder da. Eingesteint in der Hamburger Kanalisation, "über Generationen umspült von den Ausscheidungen erbärmlicher Kreaturen", hat er seinen Flugzeugabsturz von 1922 überwest. Der Blick einer jungen Schönen hat ihn befreit, und jetzt wütet er mit Helikopter und Hypnose in der Hamburger Gesellschaft. Alle müssen dran glauben, die zur Familie seiner alten Erzfeinde gehören. Göhres Halbstundenvergnügen ist die Nummer 50 der von Volker Albers seit fünf Jahren herausgegebenen Schwarzen Hefte. Gratulation!