Schwere Zeiten auch für Akademiker: Im vergangenen Jahr stieg die Arbeitslosigkeit bei Hochschulabsolventen um 24 Prozent. Die stärksten Zuwächse mussten Wirtschaftswissenschaftler und Juristen mit einem Plus von rund 30 Prozent hinnehmen (siehe Grafik). Insgesamt zählen Akademiker jedoch nach wie vor zu den Privilegierten auf dem Arbeitsmarkt: Ihre Arbeitslosenquote lag mit rund vier Prozent weit unter dem allgemeinen Wert von über zehn Prozent.

Für Berufseinsteiger in den betroffenen Fächern ist die Lage besonders schwierig. Der Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass es Uniabgängern auch in harten Zeiten gelingt, sich erfolgreich in den Arbeitsmarkt einzufädeln. Das ermittelte das Hochschulinformationssystem (HIS) in Hannover in einer Langzeituntersuchung mit verschiedenen Absolventenjahrgängen der achtziger und neunziger Jahre. Demnach waren ein Jahr nach Studienende weniger als drei Prozent der Abgänger ohne Job – und zwar unabhängig davon, ob sie gerade einen günstigen oder einen ungünstigen Arbeitsmarkt vorfanden.

Die Untersuchung zeigt aber auch, dass immer weniger Absolventen gleich auf Anhieb eine unbefristete Vollzeitstelle ergattern. Stattdessen stieg in den neunziger Jahren der Anteil derjenigen, die über zeitlich befristete Stellen in den Arbeitsmarkt einstiegen, eine unterqualifizierte Stelle annnahmen oder sich mit Honorartätigkeit durchschlugen. Weiteres Ergebnis: Manche Jungakademiker wählen die Selbstständigkeit vor allem, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Auch Promotionen oder Aufbaustudiengänge werden teilweise aus diesem Motiv aufgenommen. nk