Der Autor des Leserbriefs meint, die Entfernungspauschale sei "Kompensation für den Aufwand zum Erwerb eines Einkommens" im Sinne der Steuergerechtigkeit.

Diese Meinung ist zwar weit verbreitet, richtiger wird sie dadurch jedoch nicht. Denn:

1. Eine arbeitsplatznahe und damit häufig teurere Wohnung stellt beispielsweise eine von vielen gewählte Alternative zu langen Anfahrtswegen da - auch hier wird die - meist höhere - Miete nicht steuerfrei gestellt.

2. Häufig ist die Entfernung der Wohnung zum Arbeitsplatz selbst gewählt. Und gegen das Häuschen im Grünen ist ja auch nichts einzuwenden - aber eine Steuerfreiheit des daraus resultierenden frei gewählten Aufwandes ist nicht gerechtfertigt.

3. Viele Ausgaben, etwa für Ernährung, Kleidung, Wohnen, dienen zum Lebensunterhalt, einem gewiss nötigen "Aufwand zum Erwerb eines Einkommens".

Im Normalfall übersteigen diese aber den Grundsteuerfreibetrag und sind somit eben nicht steuerfrei gestellt.

Näheres Hinsehen führt also zu dem Schluss, dass die Entfernungspauschale wie alle anderen Spezialisierungen und Ausnahmen im Steuerdickicht auch auf den Prüfstand gehört, um zu einem einfacheren und effektiveren Steuersystem zu kommen.